Gastbeitrag: Italienische Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland III

Finale! Dies ist der dritte und letzte Teil der Serie. Den Anfang machten “Die Klassiker” und “Die Vergessenen”. Im letzten Blogbeitrag wurden dann die Kategorien “Die Aktuellen”, “Die Bilderbücher” und “Die ganz jungen Autorinnen”behandelt. In diesem Blogbeitrag werfen wir schlussendlich einen Blick auf “Die erwachsenen Autor_innen”, “Die Fantasy-Autor_innen” und “Die Stillen”. Wir wünschen euch viel Spaß bei der Lektüre!

Die „erwachsenen“ Autor_innen

Eine Besonderheit in der italienischen Literaturlandschaft ist, dass Autoren, die normalerweise für ihre belletristischen Erwachsenentitel bekannt und hochgelobt sind, immer auch Bücher für Kinder und Jugendliche schreiben. Das haben bereits Dino Buzzati (1906-1972) mit „Wie die Bären einst Sizilien eroberten“ (Hanser, 2005, Ü: Heide Ringe) und Italo Calvino (1923-1985) getan. Momentan ist Calvinos Geschichte „Das schwarze Schaf“ (Ü: Burkhart Kroeber) in einer eindrucksvollen Collage-Version von Lena Schall bei mixtvision zu haben.

Zu Calvino, einer der größten italienischen Nachkriegsautoren, und Buzzati, einem Vertreter des Surrealismus, kann ich hier nicht mehr sagen, einfach weil es den Rahmen sprengen und zu sehr von den KJB ablenken würde. Aber auch Krimi-Autoren wie Carlo Lucarelli haben Exkurse zu den KJB gemacht. So konnten Jugendliche im Jahr 2000 die Romane „Das Mädchen Nikita“ und „Schüsse aus dem Walkman“ (später noch mal aufgelegt als „Mafia alla Chinese“) lesen. Diese zwei Romane spielen nun allerdings sehr in der italienischen Gegenwart – sodass sie eigentlich meiner Vermutung von oben widersprechen. [Bezieht sich auf die Vermutung aus dem ersten Blogpost, dass nur wenige italienische Kinder- und Jugendbücher ins Deutsche übersetzt werden, in denen allzu sehr die italienische Lebenswelt und Heimatliebe im Vordergrund stehen.] Doch in beiden Fällen handelt es sich um Krimis. Und Krimis wie Liebesgeschichten scheinen hin und wieder auch global zu funktionieren.

Die Fantasy-Autor_innen

Im Bereich Fantasy sind vor allem zwei Italienerinnen zu nennen: Silvana De Mari und Licia Troisi. De Mari ist seit 2010 mit „Der letzte Elf“ (Ü: Barbara Kleiner) bekannt, einer entzückenden Geschichte um einen kleinen, verlassenen Elf, der eine Prophezeiung erfüllen und den Menschen die Freude und Fantasy wieder bringen muss. Es gibt zwar in dieser Reihe noch drei Nachfolgebände, doch die bewegten sich so in Richtung High-Fantasy für Erwachsene, dass sie an den Erfolg vom letzten Elfen, der mittlerweile sieben Auflagen erlebt hat, nicht heranreichten. Licia Troisi hingegen ist hauptsächlich als Autorin von High-Fantasy für Erwachsene bekannt, hat jedoch auch eine Reihe für Jugendliche geschrieben: „Drachenschwester“ (Ü: Bruno Genzler). Von dieser ursprünglich fünfteiligen Reihe sind in Deutschland jedoch nur zwei Bänder erschienen.

2012 ist dann die „Nina“-Fantastik-Reihe von Moony Witcher erschienen (Ü: Julia Süßbrich/Gehring). Hinter dem Pseudonym verbirgt sich die Journalistin Roberta Rizzo, die die Reihe in Italien zwischen 2002 und 2017 herausgebracht hat. 2005 habe ich den ersten Teil begutachtet und – wie ich eben wieder nachgelesen habe – abgelehnt, weil er mir zu platt, zu esoterisch und ohne Zwischentöne geschrieben war. Mit einer altklugen Protagonistin, die immer gewinnt. Thienemann hat es fast zehn Jahre später wohl doch gefallen. Von den sieben italienischen Bänden sind vier auf Deutsch erschienen, zwei davon bereits vergriffen. Die weiteren Serien, die Witcher veröffentlicht hat, sind bei uns nicht übersetzt.

Dass angefangene Reihen von den Verlagen nicht zu Ende geführt werden, ist mir mehrmals passiert: Im KJB-Bereich mit Pierdomenico Baccalarios Reihe „Will Moogleys Geisteragentur“ (2009), von der ich zwei Teile übersetzt habe, aber nur einer davon je veröffentlicht wurde. Das habe ich nie richtig verstanden, denn es war eine sehr witzige Reihe für Jungs über eine Agentur für Geister und Spukgestalten in New York (auch hier wieder ein Cover von Iacopo Bruno, was den comicartigen Witz der Geschichte nur so gar nicht traf). Zudem gab es mal den Auftakt einer Trilogie von Miriam Dubini, „Aria. Das Schicksal fährt Fahrrad“ (2014), eine niedliche fantastische Engelgeschichte, die in Rom spielte – aber leider kein Publikum fand. Auch hier habe ich leider den zweiten Teil für die Schublade übersetzt. Aber auch das gehört zum Übersetzerdasein dazu.

Die Stillen

Dann gibt es noch Autor_innen, die ins Deutsche übersetzt werden, die jedoch kaum Beachtung finden. So beispielsweise Fabrizio Silei mit „Abseits. 1938. Ein Fußballer sagt Nein“ (Ü Edmund Jacoby, 2014) oder „Nonno und der rosa Hund“ (Ü: Kathrin Wolf, 2016). Lediglich sein Buch „Der Bus von Rosa Parks“ (Ü: Sarah Pasquay, 2011) wurde ein paar Mal besprochen und stand auf der Nominierungsliste für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2012, Sparte Sachbuch. „Mein filmreifer Sommer“ (Ü: Karin Rother) von Simona Toma von 2014 ist auch bereits vergriffen – und hat nicht einmal eine Bewertung auf Amazon.

Ohne Amazon-Rezension muss auch Paola Zannoners „Ausgewechselt“ (Ü: Ingrid Ickler, 2012) auskommen. Dieses Buch kenne ich nicht, doch ich habe andere von Zannoner angelesen und begutachtet. Sie kamen nicht für eine Übersetzung infrage, da sie mir vom Erzählton her nicht gefielen (laut meinem Gutachten, also meinem Leseeindruck von damals, hat sie einen moralischen Ton und erzählt eher distanziert von oben herab). Momentan lese ich den Roman „Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge“ von Matteo Corradini (Ü: Ingrid Ickler, 2017) über die Kinder im Ghetto von Theresienstadt. Das ist nun nicht gerade ein Thema, das Jugendliche aus eigenem Antrieb angehen. Dennoch ist es wichtig, dass auch solche Bücher übersetzt werden, selbst wenn sie wenige Leser finden.

Das alles mag jetzt vielleicht nach sehr viel aussehen – ist es aber nicht, wenn man bedenkt, dass ich hier im Schnelldurchlauf mehr als 100 Jahre Literaturgeschichte abgehandelt habe.

Sicherlich sind mir auch noch diverse Übersetzungen entgangen. Auf jeden Fall sind es natürlich längst nicht alle Publikationen oder Autor_innen, die in Italien selbst erschienen sind. Das wäre ja auch absurd zu glauben, alle Bücher würden übersetzt werden. Zwar wundere ich mich manchmal, dass langjährige Erfolgsautoren wie Roberto Piumini oder Bianca Pitzorno oder Premio-Andersen-Preisträger_innen nicht öfter ins Deutsche übersetzt werden, aber oft passen eben Inhalt, Erzählweise, pädagogischer Anspruch, italienische Lebens- und Erziehungswelten oder andere Fantasie-Konzepte nicht zu deutschen Leser_innen.

2023 wird Italien Gastland auf der Frankfurter Buchmesse sein. Bis dahin werden sicherlich noch so einige italienische Bilder-, Kinder- und Jugendbücher übersetzt werden. Ich werde in der kommenden Zeit intensiver die Augen offenhalten, was es im Land noch an Geschichten und neuen Talenten zu entdecken gibt. Und dann liefere ich in ein paar Jahren vielleicht ein Update zu Italiens KJB-Szene. Wenn Ihr Euch noch an weiter Bilder-, Kinder- und Jugendbücher erinnert, die ich hier nicht aufgeführt habe, schreibt mir doch bitte. Ich sammle sie dann. Mich erreicht Ihr unter ulrike.schimming@letterata.de.

 

Gastbeitrag: Italienische Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland II

Und weiter geht’s! Im letzten Blogbeitrag zur italienischen Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland wurde das Pferd von hinten aufgezäumt, nun wird es aktueller. Dieser zweite Teil behandelt die Kategorien “Die Aktuellen”, “Die Bilderbücher” und “Die ganz jungen Autorinnen”. Der dritte Blogbeitrag der Serie beleuchtet dann schlussendlich “Die erwachsenen Autor_innen”, “Die Fantasy-Autor_innen” und “Die Stillen”. Wir wünschen euch viel Spaß bei der Lektüre!

Die Aktuellen

Die Kinder heute kennen vielleicht „Gironimo Stilton“ – ohne diese bunten Mäuse-Geschichten als ursprünglich italienisch zu identifizieren (Ü: Gesine Rickers/Carsten Jung). Vielleicht kennen sie die Reihen „Ulysses Moore“, „Century“ oder „Der Zauberladen von Applecross“ – auch hier ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen, dass dahinter der Autor Pierdomenico Baccalario steht (Ü: Cornelia Panzacchi, Barbara Neeb, Katharina Schmidt). Baccalario, der in London lebt, ist einer der umtriebigsten Autoren Italiens, hat unzählige Serien geschrieben (vermutlich mit Hilfe von unzähligen Ghost-Writern) und ist in Deutschland bei verschiedenen Verlagen erschienen (Coppenrath, cbj, Fischer). Das war nicht unbedingt hilfreich, denn so hat er hier verlagstechnisch kein wirkliches Zuhause. Jugendliche haben jüngst vielleicht „Staubgeboren. Stadt der Vergänglichen“ (Ü: Christiane Burkhardt) von Fabio Geda gelesen, doch spielt dieser Auftakt einer Reihe in Berlin und verweist nicht auf Italien. Ob die Nachfolgebände auch übersetzt werden, ist mir momentan nicht bekannt. Es ist aber nicht ungewöhnlich, dass die Verlage Reihen eingehen lassen, wenn sich kein Erfolg einstellt (dazu später unten mehr).

All diese Titel haben neben den italienischen Urhebern gemein, dass sie nicht die italienische Realität spiegeln, sondern in Fantasywelten, historischen Zeiten oder dystopischen Szenarien spielen. Oder unsere tatsächliche Welt global betrachten. Damit werden sie für deutsche Leser_innen interessant, da hier die allgemeine Fantasie gefordert ist und keine Kenntnis italienischer Realität.

Wer von euch KJB-Begeisterten den Deutschen Jugendliteraturpreis verfolgt, dem dürfte momentan der Roman „Die Mississippi-Bande“ von Davide Morosinotto (Ü: Cornelia Panzacchi) bekannt sein. Er spielt Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA und ist eine mitreißende Abenteuergeschichte. Auf der Nominierungsliste steht in der Sparte Sachbuch dieses Jahr sogar noch ein zweites italienisches Buch: „Der Dominoeffekt – oder die unsichtbaren Fäden der Natur“. Darin erzählt der Insektenexperte Accinelli in 18 Geschichten, wie der Mensch die Natur tiefgreifend beeinflusst, wenn er sie bearbeitet, beackert, Tiere fängt, züchtet oder aussetzt.

Die Bilderbücher

In Sachen Bilderbüchern ist es für mich etwas schwierig einen Rückblick zu liefern, denn von den unzähligen Bilderbüchern, die in Italien entstehen, werden die meisten nicht übersetzt. Ein Klassiker unter den Büchern für die kleinsten Italiener ist mit Sicherheit „Pimpa“ von Comiczeichner Francesco Tullio Altan, der in den 80er Jahren den Kunden von Schreiber & Leser bekannt gewesen sein dürfte. Pimpa ist eine rot gepunktete Hündin, die Altan ab 1974 für die Kinderbeilage der Tageszeitung Corriere della Sera zeichnete. Heute gibt es sie als Bücher, zum Teil sind es Comics, zum Teil Bildergeschichten. Übersetzt ist Pimpa nicht.

Einen gewissen Eindruck über die vielfältige Illustratoren-Szene Italiens habe ich im Laufe der vergangenen zwei Jahre gewonnen, seit ich die ersten Bilderbücher übersetzt habe. Allerdings ist meine erste Bilderbuchübersetzung, „Der goldene Käfig“ von Anna Castagnoli, nicht von einem Italiener, sondern vom Belgier Carll Cneut illustriert worden. Wegen Cneuts opulenten Vogel-Illustrationen waren wir für den Deutschen Jugendliteraturpreise 2016 in der Sparte Bilderbuch nominiert.

Als Folge der Nominierung habe ich dann die Bilderbücher „Schlaft, Tierchen schlaft“ von Simona Mulazzani mit den Illus von Giovanna Zoboli – gereimte Gute-Nacht-Gedichte – für den Schaltzeit Verlag,„Zusammen umarmen wir die ganze Welt“ von Manuela Monari mit den Illus von Evelyn Daviddi, für Coppenrath, und „Vorsicht, roter Wolf!“ von Marco Viale, für Sauerländer, übersetzen dürfen.

So unterschiedlich die Geschichten, so unterschiedlich sind auch die Illustrationsstile. Eine Bewertung dieser Bücher werde ich hier nicht abgeben, sondern kann nur sagen:

Das Übersetzen von Bilderbüchern ist eine Gratwanderung zwischen Frust und Freude.

Auf eingeschränktem Raum die wenigen richtigen Worte zu finden, die das Gefühl der Geschichte in kurzen Texten angemessen rüberbringen, ist trotz oder wegen der Kürze nicht mal eben getan. Bis die endgültige Fassung steht, ändere ich immer und immer wieder Worte und Satzstellung, streiche oder füge hinzu. Da können dann bis zu zehn Versionen entstehen. Manchmal hilft auch erst der distanzierte Blick der Lektorin zu einer endgültigen Lösung. Doch trotz der Arbeit ist es für mich auf jeden Fall immer ein Fest!

Kurzer Exkurs zu den Buchcovern: Einer der momentan bekanntesten Illustratoren Italiens ist Iacopo Bruno, der in Deutschland demnächst durch die neuen Harry-Potter-Cover noch präsenter sein wird. Zuvor hat er bereits Eoin Colfers „Swarp“, Soman Chainanis „School of Good and Evil“, Baccalarios „Ulysses Moore“, „Das Volk von Tarkaan“ und „Der Zauberladen von Applecross“ oder Alan Bradleys „Flavia de Luce“ illustriert. Insgesamt hat er mehr als 300 internationale Buchcover gestaltet. Man könnte fast sagen, ohne dass es uns bewusst ist, hat ein Italiener unsere Sehgewohnheiten in Sachen Cover mitgeprägt. (Ich kenne mich ehrlich zu wenig mit Grafik und Cover-Tendenzen aus, finde die neue HP-Verpackung auch nicht besonders toll, aber es ist schon beeindruckend.)

Die ganz jungen Autorinnen

Ein spezielles Phänomen, das mir beim Übersetzen begegnet ist, sind die ganz jungen Autorinnen in Italien, die schon als Teenager bei Publikumsverlagen Bücher veröffentlichen. Zumeist sind dies Teenie-Liebesgeschichten, die auch bei uns funktionieren. So ging es 2008 mit den Romanen von Valentina F. los. 15-jährig hat sie begonnen ihre Liebesgeschichte um Vale und Marco zu schreiben, die auf Deutsch die Titel „HDGDL“ (Ü: Katja Massury), „ZDOZM – Zu dir oder zu mir“ (2009), „SGUTS – Schlaf gut und träum süß“ (2010) tragen. Diese Mädchenträume wurden zu stillen Bestsellern, die mehrere Auflagen erlebt haben. Die Leserinnen waren so begeistert, dass sie über Jahre immer wieder nachgefragt haben, wann der vierte Teil der Reihe den käme. Schließlich hat Fischer 2015 auch „2L8 – Too late“ herausgebracht.

Dieses Vorbild hat den Verlag über die Jahre dann veranlasst nach anderen jungen Autorinnen Ausschau zu halten. Sie fanden Erica Bertelegni, die bereits mit 13 ihr Debüt vorlegte: „99 und (m)ein Wunsch“. Darin hat die Schülerin Aurora 100 Wünsche frei, was zunächst zu Chaos, dann zu immer mehr Verantwortungsgefühl führt. 2017 hat Bertelegni ihr zweites Buch, „La chiave dell’amicizia“ („Der Schlüssel der Freundschaft“) veröffentlicht, eine Fantasygeschichte, die noch nicht übersetzt ist.

Aktuell ist bei Fischer die Reihe „Mein Dilemma bist du“ von Cristina Chiperi zu haben. Die ersten beiden Bänder der Trilogie sind bereits erschienen, Teil drei erscheint im Herbst. Chiperi hat, als sie 16 Jahre alt war, eine Fanfiktion zu der vor ein paar Jahren angesagten Influenzergruppe Magcon um den US-Amerikaner Cameron Dallas geschrieben. Kapitelweise hat sie das On-Off-Drama zwischen der Ich-Erzählerin Chris und Cameron auf Wattpad hochgeladen und jede Menge Klicks gesammelt. Angeblich haben sechs Millionen Italienerinnen ihre Geschichten gelesen – doch das scheint mir etwas übertrieben. Als ein italienischer Verlag dann Printbücher daraus gemacht hat, ist der Fischer Verlag aufgesprungen. Dass das junge Alter von Autorinnen jedoch nicht immer zum Erfolg führt, merkt man momentan, da die Dilemma-Reihe gerade komplett untergeht (was durchaus an der dünnen Geschichte liegt).

Weiter geht’s im dritten Teil…


Dies ist der zweite von drei Beiträgen zur italienischen Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland. Den ersten Teil könnt ihr hier nochmal nachlesen. Der dritte Teil behandelt schlussendlich “Die erwachsenen Autor_innen”, “Die Fantasy-Autor_innen” und “Die Stillen”. Viel Spaß bei der Lektüre! 🇮🇹

Gastbeitrag: Italienische Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland I

Laura weilt mit ihrer Familie ja gerade in Italien und hatte im Vorfeld nach Tipps für italienische Kinder- und Jugendbücher gefragt. Da ich seit zwanzig Jahren vor allem KJBs aus dem Italienischen übersetze, habe ich mich mal gemeldet – und so entstand die Idee zu einem Gastbeitrag hier auf Lütte Lotte. Dies ist der erste von drei Beiträgen zur italienischen Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland. Den Anfang machen “Die Klassiker” und “Die Vergessenen”. “Gastbeitrag: Italienische Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland I” weiterlesen

Italienischer Kinderbuch-Klassiker: Pinocchio

Cioa, cioa & buon giorno aus Lucca! Es ist tatsächlich passiert: Wir sind in Italien. So richtig. Mit bis zum Dach bepacktem Auto und 8 Wochen Zeit im Gepäck. Ich freu mich wahnsinnig auf die Zeit zu dritt. Auf den Strand, das Essen und und und…und endlich mal wieder Zeit zum Schreiben zu haben! Herrlich!

Habt ihr auch als Kinder Pinocchio von Disney animiert gesehen? Meine Erinnerung ist nicht mehr ganz frisch, deshalb habe ich mich die letzten Tage erneut mit diesem Klassiker der italienischen Kinderliteratur auseinandergesetzt. Geschrieben wurde das Buch von Carlo Collodi 1883. Doch bereits 1881 wurde “Le Avventure Di Pinocchio: Storia Di Un Burattino” (Abenteuer des Pinocchio: Geschichte eines Hampelmanns) stückchenweise als Fortsetzungsgeschichte in einer italienischen Zeitung veröffentlicht. Heutzutage würde Pinocchio vermutlich als Netflix-Serie starten, um dann als Hollywood-Blockbuster neu verfilmt zu werden. Oder ist das zu weit hergeholt? “Italienischer Kinderbuch-Klassiker: Pinocchio” weiterlesen

Moin, moin! Hamburg-Bücher für Kinder

Hummel, hummel! Mors, mors! Ob nun gebürtiger Hamburger oder Quiddje – in Hamburg ist für jeden ‘was dabei. Kein Wunder, dass es Bücher über unsere schöne Hansestadt wie Sand am Elbstrand gibt. Auch für Kinder ist die Auswahl riesig. Welches sollte man sich anschaffen? Ein paar meiner liebsten Bücher für Kinder ab 1 Jahr möchte ich euch heute vorstellen. Und gewinnen könnt ihr auch etwas… “Moin, moin! Hamburg-Bücher für Kinder” weiterlesen

Berühmte Kinderbuchautorinnen und ihre Bücher

Im Urlaub muss man Bücher lesen – so will es das Gesetz. Nun, zumindest verbringe ich so meine freie Zeit am liebsten. Auf der Couch lümmeln, vor unserem Camping-Caddy in Schweden oder, wie gerade geschehen, im Ferienhaus vor dem Kamin. Leider fehlt mir momentan die Ruhe und Konzentration mich intensiv auf einen Roman einzulassen. Die meiste Zeit des Tages habe ich nun einmal ein Baby auf dem Arm. Deshalb musste für den Urlaub ein Buch her, in dem ich immer mal wieder schmökern kann. Umso mehr habe ich mich gefreut, als mir in der kleinen Buchhandlung an der Ostsee “Berühmte Kinderbuchautorinnen und ihre Heldinnen und Helden” von Luise-Berg Ehlers in die Hände fiel. “Berühmte Kinderbuchautorinnen und ihre Bücher” weiterlesen

“Das Sams feiert Weihnachten” – Türchen No.9

Der Dezembert schreitet voran und ich darf heute das 9. Adventskalendertürchen öffnen. Vom 01. bis zum 24. Dezember findet sich jeden Tag auf einem anderen Kinderbuch-Blog ein Beitrag mit einer Kinderbuchempfehlung. Mein Beitrag am 03.12. war für ganz kleine Buchliebhaber, heute stelle ich euch ein Buch für Kinder ab ca. 7 Jahren vor: “Das Sams feiert Weihnachten” von Paul Maar aus dem Verlag Friedrich Oetinger vor. ““Das Sams feiert Weihnachten” – Türchen No.9″ weiterlesen

“Mats & Frida” – #Kinderbuchadvent Türchen No. 3

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Heute ist also der erste Advent und ich habe die Ehre, das heutige Blog-Adventskalendertürchen zu öffnen. Vom 01. bis zum 24. Dezember findet sich jeden Tag auf einem anderen Kinderbuch-Blog ein Beitrag mit einer Kinderbuchempfehlung. Ich stelle euch heute eine wunderschöne Reihe für die Allerkleinsten vor: “Mats & Frida” von Lena Kleine Bornhorst und Jan Gadermann aus dem Verlag Friedrich Oetinger.

Lesenlernen ist ein langer Prozess

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass der Prozess des Lesenlernens erst in der Schule beginnt. Tatsächlich fängt es quasi schon in der Krippe an. Um Buchstaben lesen zu können und anschließend auch zu verstehen, müssen nämlich einige Fähigkeiten bereits erlernt sein. Es ist mittlerweile bewiesen, dass Lesen die gleichen Bereiche unseres Gehirns anregt, die auch zum Erkennen von Gesichtern und Formen zuständig sind. Um Lesen zu lernen muss man also bereits in der Lage sein, Gegenstände identifizieren zu können. (Wäre das nicht auch mal ein interessanter Blogpost?) ““Mats & Frida” – #Kinderbuchadvent Türchen No. 3″ weiterlesen

Veranstaltungstipp: Cornelia Funke in Hamburg

Momentan spielt sich mein Leben hauptsächlich zu Hause ab: Im Bett, auf der Couch oder in der Küche. Mit einem Bauchumfang von knapp 1 m wird einfach alles beschwerlich. Jeder Gang wird zum Marathon, aber hey, bald ist es geschafft. In knapp 4 Wochen kann ich hoffentlich ein gesundes Menschenkind in den Armen halten und dafür lohnen sich die quälenden letzten Schwangerschaftswochen doch. Nächste Woche werde ich, sollte es mir gut gehen (bitte mal Daumen drücken!), aber trotzdem nochmal das Nest verlassen, denn eine Kinderbuch-Bestsellerautorin ist in Hamburg zu Gast: Cornelia Funke präsentiert “Drachenreiter – Die Vulkan-Mission”! “Veranstaltungstipp: Cornelia Funke in Hamburg” weiterlesen

Indiebookday – Für Kinderbuchleser

Einmal im Jahr feiert das Netz kleine und unabhängige Verlage und ihre klasse Bücher. Leider gehen diese in der Flut der Neuerscheinungen oft unter. Große Verlage sind in Buchhandlungen automatisch zahlreicher vertreten, da sie auch viel mehr Titel auf den Markt bringen. Daniel Beskos aus dem Mairisch Verlag möchte die Sichtbarkeit der Kleinen verbessern und veranstaltet deshalb am morgigen Samstag bereits zum fünften Mal den Indiebookday.

Das Mitmachen ist ganz einfach:
  • Geht in eure Lieblingsbuchhandlung
  • Kauft ein Buch eines kleinen oder unabhängigen Verlages
  • Postet ein Bild des Buches auf dem Social-Media-Kanal eurer Wahl
  • Verwendet den Hashtag #indiebookday

Es gibt viele Möglichkeiten herauszufinden, welche Verlage klein und unabhängig und damit indie sind. Die Kurt-Wolff-Stiftung bringt einmal jährlich einen Katalog mit 65 unabhängigen Verlagen heraus. Aber z.B. auch Mara von Buzzaldrins Bücher hat eine klasse Liste veröffentlicht. Was mir immer fehlt, ist eine Übersicht über unabhängige Kinderbuchverlage. Deshalb habe ich hier mal ein paar versammelt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

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