Hallo zurück mit Paule Pinguin!

Es scheint ewig her zu sein – wann habe ich das letzte Mal etwas gebloggt? Heute melde ich mich zurück. Uns geht es dufte, ich bin im Mutterschutz und habe endlich wieder die Ruhe, mich mit Bilderbüchern zu beschäftigen. Mein schlechtes Gewissen ist mindestens so hoch, wie der Stapel Herzensbücher, die ich euch vorstellen möchte. Nun denn, Einsicht ist ja bekanntlich der erste Weg zur Besserung. Den Anfang macht „Paule Pinguin allein am Pol“ von Jory John und Lane Smith, erschienen bei Carlsen.

Was habe ich mich gefreut, als das Buch bei mir ankam. Die Carlsen-Ladies Ute und Ramona geben sich aber auch immer wahnsinnig viel Mühe! Dieser Titel kam in Paule Pinguin Geschenkpapier verpackt, plus persönlichem Anschreiben und Poster. Danke, ihr Lieben! Mit „Paule Pinguin allein am Pol“ trefft ihr genau meinen Geschmack. Sowohl Aufmachung, Illustrationen, Text als auch (wenn man es denn so nennen möchte) „Message“ zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht. Dieser mürrische kleine Meckerpinguin ist mir sofort ans Herz gewachsen.

Der Inhalt des Buches ist schnell erzählt: Paule Pinguin ist schlecht drauf. Alles nervt ihn. Er hat Hunger. Das Meer riecht ihm zu salzig. Sein Schnabel friert und sowieso hat er dermaßen viele Probleme – und keiner interessiert sich dafür! Bis ihm just ein Walross auf die Schulter tippt, das durchaus ein paar Zeilen Weisheit zu Paules Miesepetrigkeit beizutragen hat:

„Ja, hier draußen ist es nicht immer einfach. […] Aber hör gut zu, mein Freund: Ich würde niemals mein Leben gegen ein anderes eintauschen, und du, schätze ich, genauso wenig.“

Paule kekst sich nach dem Walross-Monolog natürlich gleich wieder auf – „Wer, um alles in der Welt, war das denn?“. Muss aber einsehen, dass das Walross Recht hat. Er hat Gründe, sein Leben wertzuschätzen. Er hat seine Freunde, Familie, er hat ein Zuhause und Meer und Berge sind auch ganz in Ordnung. Alles in allem, also gar nicht so dramatisch.

Woran mich „Paule Pinguin allein am Pol“ erinnert? An eine Mischung aus Lane Smiths Titel „Das ist ein Buch“, der „Ohne dich ist alles doof“-Welt, Jory Johns Titel „Alle meine Freunde sind tot“, gemischt mit einer großen Prise Sarkasmus und Erwachsenenhumor. Und der macht den Reiz an diesem Bilderbuch für mich aus: Jory Johns und Lane Smiths außergewöhnlicher Humor. Ähnlich wie in „Das ist ein Buch“ lesen sich die kurzen mauligen Sätze des kleinen Pinguins recht trocken. Man hört Paules genervten Tonfall förmlich. Ein herrlicher Vorlesespaß! Wer „Das ist ein Buch“ nicht kennt, sollte sich dieses Video unbedingt ansehen:

Und auch die „Message“ empfinde ich gelungen. Paule hat keinen plötzlichen Sinneswandel, aber er nimmt sich die Worte des fremden Walrosses zu Herzen. Klar, erst einmal empfindet er dessen Monolog (im Kontext dieses Buches ist es tatsächlich ein wahnsinnig langer Part) als übergriffig. Nach und nach dämmert dem Meckerpinguin aber dessen Wahrheit: Das Leben ist nicht immer toll und lustig und Spaß macht es auch nicht immer. Aber hey, auch schlechte Tage gehören dazu. Und letztendlich ist unser Leben einzigartig – dafür sollten wir dankbar sein. Denk noch einmal drüber nach, gibt es nicht auch in dunklen Stunden etwas, wofür wir trotz allem dankbar sind?

Absolut! Wofür seid ihr denn besonders dankbar? Dieses Buch ist vielleicht mal wieder ein Anlass, darüber nachzudenken…


„Paule Pinguin allein am Pol“

von Jory John & Lane Smith
ISBN 978 3 551 51854 5
Carlsen Verlag
Erschienen im Juli 2017

 

 

 

P.s.: Lustiger Fakt am Rande: Bis zum Ende dieses Beitrages habe ich mich gefragt, warum das Buch „Paule Pinguin allein am Pool“ heißt… Uups!

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Grrr! Mama muss sich Luft machen…

Seitdem ich schwanger bin, fahre ich emotional Achterbahn. Es passiert aber auch vieles, das mich herausfordert – angefangen beim positiven Schwangerschaftstest. Trotzdem kann ich meinen momentanen Unmut nicht gänzlich auf die Schwangerschaftshormone schieben. Denn ich befürchte, wären Menschen in meinem bisherigen Leben auch so übergriffig gewesen, wäre ich schon längst explodiert. Nun ist es halt nach knapp der Hälfte der Schwangerschaft so weit: Leute, lasst mich einfach in Ruhe mit euren Meinungen und vermeintlich guten Ratschlägen.

Jeder hat eine Meinung – und niemand behält sie für sich

Jetzt kann man mich naiv nennen: Weiß doch jeder, dass schwangere Frauen immer von allen Seiten gute Ratschläge bekommen. Ja. Wusste ich auch. Wie übergriffig Menschen allerdings sein können, wird mir jetzt erst richtig bewusst. Angefangen bei der Frage: Und, war es geplant? Grundsätzlich möchte man erwidern: Nein, ich habe besoffen jemanden in einer Bar aufgegabelt und dann ist es halt so passiert… Meist ringe ich mir trotzdem ein müdes Lächeln ab und versuche einigermaßen höflich zu antworten. Dies sei eine sehr private Frage. Was bedeute schon geplant? Erwünscht sei es auf jeden Fall. Bla bla bla.

Doch auch alle weiteren Details meiner Schwangerschaft und bisherigen Zukunftsplanung werden fröhlich kommentiert: Wie finanziert ihr das eigentlich? – Also nach so einer kurzen Beziehung würde ich ja kein Kind in die Welt setzen. – Na das wirst du schon früh genug lernen… – Geburtshaus? Oh Gott, das ist doch gefährlich! – Jetzt solltest du aber unbedingt wieder Fleisch essen. Sonst leidet doch dein Kind. – Laura, warte erstmal ab. Du hast jetzt noch gar keine Ahnung. Das wird ganz anders. – Ach danach 30 Stunden pro Woche? Das wird nie was. Aber das müsst ihr ja selber wissen. – So groß wie das Kind jetzt schon ist, müsst ihr einen Kaiserschnitt planen. Sie nicht so naiv, Laura. – Die Liste ließe sich endlos fortsetzen…

Mir ist bewusst, dass bereits zahlreiche Frauen gegen diese Übergriffigkeit gekämpft haben. Ich erzähle euch nichts Neues. Trotzdem ist es mir wichtig, noch einmal zu betonen – und womöglich damit Menschen zu erreichen, die sich dessen noch nicht bewusst sind – wie grauenhaft dieses Verhalten ist. Vom an den Bauch greifen, fange ich gar nicht erst an…

Eigene Kinder machen euch nicht zu Experten

Was mich aber am meisten nervt? Andere Eltern! Ein Kind zu haben, macht Menschen nicht automatisch zu Experten auf ALLEN angrenzenden Gebieten. Und – oh Wunder! – jedes Kind ist anders. Nur weil ihr eine schwere Geburt hattet, muss meine nicht die Hölle werden. Nur weil euer Kind auch nach Jahren noch nicht durchschläft, heißt das nicht, dass meins Schwierigkeiten damit haben wird. Wieso stärkt ihr nicht einfach das Selbstvertrauen anderer Eltern? Wieso ermutigt ihr nicht, dass jeder seinen eigenen Weg findet? Wozu die Angstmacherei und das unter Druck setzen? Gut gemeinte Tipps von oben herab, mit einem süffisanten Grinsen, das mir „Ja ja, das lernst du dann auch noch…“ sagen soll, bringen mir rein gar nichts.

Versteht mich nicht falsch: Der Austausch unter Eltern erscheint mir absolut wichtig. Aber wenn ich Fragen habe, frage ich. Ich kommentiere nicht einfach ungefragt eure Entscheidungen und Lebensweise. Wahrscheinlich werde ich im nächsten Jahr noch oft genug durch Blogs und Foren tingeln und Tipps gegen Bauchweh, Blähungen oder sonstige Wehwehchen suchen. Dann bin ich dankbar für Anworten und eigene Erfahrungen. Aber bitte auf Augenhöhe. Ich bin nicht dumm – ich kriege nur ein Baby. Und wir kriegen das schon hin. Davon bin ich überzeugt.

Musstet ihr bereits ähnliche Erfahrungen machen? Regt euch das Thema auch so auf? Ich bin gespannt…

 

Illustratorin Julie Völk im Gespräch

Ihre Bücher kenne und liebe ich alle, jetzt hat sie mir sogar ein paar Fragen beantwortet. Die sympathische Illustratorin Julie Völk malt zauberschöne verträumte Bilder. Ihre Bilderbücher sind bereits mehrfach ausgezeichnet – für ihre Bachelorarbeit „Das Löwenmädchen“ hat sie 2015 sogar den Troisdorfer Bilderbuchpreis erhalten! Ich hoffe sehr, dass noch viele, viele Bücher von ihr erscheinen werden, die ich allesamt dem kleinen Minimenschlein in meinem Bauch zeigen möchte… Viel Spaß mit unserem Interview!

Liebe Julie, danke, dass du dir Zeit für dieses Interview nimmst. Deine Illustrationen sind preisgekrönt und du vermutlich immerzu beschäftigt… Sag mal, wolltest du schon immer Illustratorin werden oder hättest du dir auch eine andere Zukunft vorstellen können?

Julie Völk SelbstportraitUrsprünglich wollte ich Millionärin werden. Damit ich wunderschöne Waisenhäuser bauen kann mit allem, was man sich als Kind so wünscht. Schwimmbad, Toberaum, Ställe für Pferde und Tiere, Kuschelraum, riesige Küche, traumhafter Garten und gemütliche Kinderzimmer. So bin ich eigentlich zum Zeichnen gekommen, denn das muss ja alles entworfen werden. Und die Kinder die darin wohnen sollten habe ich dann auch gezeichnet.

Als es dann aber irgendwann ernsthaft darum ging was man werden möchte, wollte ich unbedingt etwas mit Zeichnen machen. Architektur, Kostümdesign oder Modedesign waren die ersten Gedanken, aber als mir klar wurde, dass man auch Illustratorin werden kann, stand mein Entschluss fest. „Illustratorin Julie Völk im Gespräch“ weiterlesen

Vorfreude! Bilderbuch-Lieblinge des Sommers

Endlich scheint in Hamburg die Sonne! Dieses Jahr war der Winter gefühlt sieben Monate lang. Trotzdem stecke ich beruflich schon wieder in der kalten Jahreszeit, wälze Vorschauen, entdecke Bilderbuch-Lieblinge und Belletristik-Highlights des Herbstprogramms und plane Lesungen. Warum dann nicht gleich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden und Euch an meiner Ausbeute teilhaben lassen? Et voilà! Hier sind meine acht Bilderbuch-Lieblinge des Sommers bzw. Herbstes 2017.

 

„Als Oma immer kleiner wurde“

von Inka Pabst und Mehrdad Zaeri
Tulipan Verlag | Erscheint am 24.07.2017

Bei Bilderbüchern bin ich kritisch: Wenn mir das Cover schon nicht gefällt, sehe ich mir das Buch meist gar nicht an. Bei „Als Oma immer kleiner wurde“ war es genau andersherum! Was für eine wunderschön zarte, zu Herzen gehende Illustration! Mehrdad Zaeri habe ich durch den Facebook-Account der Bücherkinder kennengelernt und seither großer Fan seiner Kunst. Er ist vermutlich die perfekte Besetzung, um Inka Pabst Geschichte um Oma, die immer gebrechlicher mit dem Alter wird, zu bebildern. Große Vorfreude!

„Vorfreude! Bilderbuch-Lieblinge des Sommers“ weiterlesen

Es gibt Neuigkeiten…

Eine Weile ist es bereits sehr ruhig auf Lütte Lotte. Zwischen Arbeit und Privatleben bleibt gerade keine Zeit für Blogbeiträge. Nicht, weil die Lust an Kinderbüchern verschwunden oder die Lieblingskünstler ausgegangen wären. Nein, meine Freizeit verbinge ich nur gerade oft in Gedanken. Gedanken an die Zukunft. Denn dieses Jahr steht mir ein großes Abenteuer bevor – im Grunde, befinde ich mich schon mittendrin… Ab Herbst kann ich meine liebsten Bilderbücher hoffentlich aktiv nutzen, denn im Oktober bekomme ich mein erstes Kind.

Ich werde Mama. Irre!

Vieles wird sich ändern, vieles gilt es zu meistern, aber ich bin guter Dinge und freue mich sehr. Auch wenn Lütte Lotte dafür etwas kürzer treten muss. Doch wer weiß, vielleicht ändert sich hier aber auch gar nicht viel – meine Expertise wächst ja im Grunde nur. Und wie sie wächst, das Menschenkind gedeiht prächtig!

Jetzt ist es raus und ich muss nicht mehr schweigen, aus Angst, mich zu verplappern. Ich freue mich schon auf die kommenden Monate und Jahre, in denen mein Nachwuchs bestimmt auch das ein oder andere Mal Erwähnung im Blog finden wird. Wenn er oder sie nach mir (oder nach seinem Vater) kommt, werden es spannende kommende Zeiten…

Herzlichst,
Laura

Torfstecher & Höhlenforscher – Homosexualität im Bilderbuch

Vor ein paar Tagen bin ich durch Eimsbüttel geschlendert und an der wunderbaren Buchhandlung Lüders vorbeigekommen. Hier durfte ich vor etlichen Jahren (ist es wirklich schon 12 Jahre her…?) mein erstes Praktikum machen. Ein fabelhafter Buchladen, der zum stöbern verführt und immer noch zu meinen Lieblingsorten in Hamburg zählt. Sie haben eine kleine, aber gut sortierte Bilderbuchecke, in der ich einen Schatz gefunden habe: „Papa ist doch kein Außerirdischer!“ von Anna Boulanger. Ein Buch, das alle Vorurteile gegenüber Homosexualität mit historisch anmutenden, zarten Illustrationen ad absurdum führt.

Viele Namen für eine einfache Erklärung

Theo verbingt jedes Wochenende bei seinem Vater. Für ihn heißt er Paul oder Papa. Andere Menschen nennen seinen Vater jedoch Höhlenforscher, Torfstecher oder Warmer. Sein Vater erhält allerlei Spitznamen, die Theo nicht versteht. Eines Tages erzählt Theo seinem Vater von den vielen Namen und versteht:

„Die ganzen Sachen, die ich gehört habe, bedeuten einfach nur, dass mein Papa schwul ist. Das heißt, dass er Männer liebt.“

Anna Boulangers Bilderbuch beschäftigt sich kindlich naiv mit den Auswirkungen der Sprache auf unser Denken. Das Vorsatzpapier dieses wunderschön gestalteten Bilderbuches zeigt Fetzen von Wörterbucheinträgen: Alles Synonyme für Homosexualität. Boulanger hat die Wörter zusammengetragen und ihnen, im wahrsten Sinne des Wortes, Flügel verpasst. Neben den schwebenden Wörterbucheinträgen steht ein junger Mann mit suchendem Gesichtsausdruck und Höhlenforscher-Equipment – verloren zwischen den vielen Doppeldeutigkeiten. „Torfstecher & Höhlenforscher – Homosexualität im Bilderbuch“ weiterlesen

„Albert und der Baum“

Die Geschichte um den warmherzigen und gemütlichen Bären Albert ist eine Geschichte über Freundschaft und Verständnis. Über Mitgefühl und darum, das Teilen manchmal schöner sein kann, als etwas für sich alleine zu haben. Wie immer, haben es mir aber besonders die wunderbaren Illustrationen der preisgekrönten Britin Jenni Desmond angetan – es wird nicht das einzige Buch von ihr in meinem Regal bleiben!

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Kunst für Kinder: E.A.SEEMANNs BILDERBANDE

Schon vor einigen Wochen bin ich auf den wunderbaren Verlag E.A.SEEMANNs BILDERBANDE aufmerksam geworden. Leider haben mich die weltpolitischen Ereignisse seither arg gehemmt. Das Schreiben geht nicht mehr so flüssig. Es gibt so viel Wichtigeres worüber man reden sollte. Diese Ohnmacht verfolgt mich. Doch so langsam dämmert es mir: Gerade jetzt sollte man vermutlich an die schönen Dinge des Lebens denken. An all die Ereignisse, Personen und Orte, die diese bunte Welt lebenswert machen. Nicht an die Angst – denn genau das scheinen die kurzsichtigen Extremisten zu wollen.

In diesem Sinne möchte ich heute wieder die Zügel in die Hand nehmen, die Sprachlosigkeit überwinden und euch diese Perle des Kinderbuchmarktes vorstellen. E.A.SEEMANNs BILDERBANDE machen kindgerechte wunderschöne Bücher zum Vorlesen, Mitmachen und Spielen. Ganz nach dem Motto:

Am wichtigsten ist uns, Kinder zu inspirieren, eigene Ideen zur Kunst zu entwickeln und diese mit Spaß zu verwirklichen.“

Kunst und Kreativität können ein Anker in dieser schnelllebigen Welt sein. Die Beschäftigung mit Kunst, ist auch immer die Beschäftigung mit dem eigenen Selbst. Es muss weder Hochliteratur noch Weltkunst sein – jede Art von kreativer Beschäftigung ist eine Bereicherung. Deshalb hat mich das Konzept von E.A.SEEMANNs BILDERBANDE auch sofort überzeugt: Sie „haben für jede Laune und viele Altersgruppen die unterschiedlichsten Bücher, um die Kinder-Kunst-Welt zu entdecken“. Mehr zu diesem besonderen Verlag hat mir Caroline Keller im Interview verraten… „Kunst für Kinder: E.A.SEEMANNs BILDERBANDE“ weiterlesen

Sommerzeit ist Zirkuszeit!

Hereinspaziert, hereinspaziert, meine Damen und Herren! Treten Sie näher! Haben Sie sich schon eine Tüte Popcorn geholt? Nein? Nun, dann wird es Zeit, denn bald fällt der Vorhang. Manege frei! Der Zirkus ist eröffnet!

9783551271327Nils Kacirek und Franziska Biermann sind ein famoses Team und großartige Büchermacher. „Herzlichen Glückwunsch kleines Huhn!“ liebe ich von Herzen und auch das Zirkus-Buch ist auf dem besten Wege ein Herzensbuch zu werden. Genau wie die anderen Bücher des eddi-Teams, ist auch „Zirkus“ ein Musikbilderbuch zum Gucken, Hören und Mitmachen. Liebevoll gestaltet und mit Zirkus-Tipps zum Selberspielen am Ende des Buches.

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„Das Leben und Ich“

Kinderbücher zu den Themen Tod und Abschiednehmen stehen nicht mehr versteckt in den hinteresten Ecke der Buchläden. Sie werden nicht mehr mit „Problembuch“ betitelt – nein, es gibt sie mittlerweile sogar in ansprechendem Design. Es gibt viele leise, traurige, aber auch amüsante Kinder- und Bilderbücher, die sich dieses schwierigen, aber doch so alltäglichen Themas annehmen. „Opas Insel“ ist so ein Buch. Oder auch „Die besten Beerdigungen der Welt“. Ein sehr zärtliches und poetisches Buch ist „Das Leben und Ich“, das den Tod als kleines Mädchen mit Blume im Haar vorstellt.

„Ich bin der Tod. So wie das Leben Leben ist, bin ich der Tod.“

Jedes Leben hat einen Beginn und jedes ein Ende. Niemand weiß, wie viel Zeit er oder sie auf dieser Erde hat. Der Tod gehört unweigerlich zum Leben dazu – was wäre das Leben auch ohne Tod? Ein Anfang ohne ein Ende? Der Tag ohne Nacht? „Das Leben und ich“ schafft es, diese Relation aufzuzeigen, ohne den Tod zu beschönigen. Natürlich sind Tod, Abschied und Trauer nicht verlockend. Aber sie gehören zum Leben dazu. Und das sollte man auch Kindern schon früh (auf eine kindgerechte Art und Weise) vermitteln.

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Die Illustrationen der Belgierin Marine Schneider sind berührende Kunstwerke. Mal bunt und naiv, mal düster und berührend. Sie schafft es, den Tod glaubhaft als mitfühlendes zartes Mädchen zu portraitieren, mit Blume im Haar und rosa Fahrrad. Der Tod stützt alte Menschen, die müde geworden sind. Die Wesen, die noch nicht laufen können, die drückt sie sich an die Brust und passt auf sie auf. Text und Bild stützen sich in „Das Leben und ich“. Da wo der geschriebene Text aufhört, greift die mitreißende Bildsprache Marine Schneiders. Nie nimmt das Bild den Text vorweg, sie verschränken und bestärken sich. Elisabeth Helland Larsens Worte sind nie zu viel. Ihre kurzen Sätze und die direkte Sprache gehen Hand in Hand mit den zarten Bildern Marine Schneiders. „„Das Leben und Ich““ weiterlesen