Zoologie des Bücherwurmes

Der Bücherwurm ist ein wahrhaft außergewöhnliches Geschöpf. Sein Lebensraum beschränkt sich nicht nur auf ein Land oder einen Kontinent, der Bücherwurm ist auf dem ganzen Globus beheimatet. Von Singapur bis in die Antarktis, von Nevada bis in die Alpen – mit etwas Glück, könnt ihr ihn überall aufspüren. Sein Habitat ist durch papyrenes Interieur geprägt, gedämpftes Licht (nicht zu hell und nicht zu dunkel), ein angenehm temperiertes Wohnumfeld. Der Bücherwurm schmückt sein Heim mit allerlei Mitbringseln. Warum der Bücherwurm auf ein papierenes Umfeld angewiesen ist, konnte bis heute nicht nachgewiesen werden. Doch Forscher gehen davon aus, dass der Bücherwurm eingehen würde, isolierte man ihn von seinen Lettern.

Besonders spannend ist jedoch die Anpassung an die Jahreszeiten: Der Bücherwurm ruht (anders als viele andere Lebewesen) im Sommer. Hitze verträgt der Bücherwurm nur in Maßen. Auch hier scheint die Eindeckung in genügend papierenes Interieur den Bücherwurm vor dem Austrocknen zu schützen. Der Winter ist für viele Bücherwürmer die Blütezeit des Jahres. In den kalten Monaten scheinen sie noch mehr „aufzunehmen“, als im Rest des Jahres. Gut zu beobachten, bei einem plötzlichem Abfall der Temperaturen: Der Nestbautrieb des Bücherwurmes setzt ein und er muss sich sofort in sein papyrenes Habitat zurückziehen und mit Lettern umgeben. Ein faszinierendes Schauspiel!

Bücherwurm

Über das Sozialverhalten des Bücherwurmes wurden schon unzählige Abhandlungen geschrieben. Ich verzichte deshalb auf eine Zusammenfassung der Expertenmeinungen und widme mich ganz meiner eigenen Theorie: Der beschriebene Zellstoff erhält den Bücherwurm nicht nur am Leben – er ist auch das Bindeglied im Sozialgefüge dieses faszinierenden Lebewesens. Bereits vor Jahrhunderten berichteten Forscher von einem Austausch zwischen den Individuen, der mittlerweile nicht mehr als willkürlich klassifiziert wird. Etwas scheint mit dem Bücherwurm zu passieren, hat er eine papyrene Mahlzeit zu sich genommen. Etwas, das sich in seinem Verhalten in der Gruppe niederschlägt. Es scheint so, als würde sich der Bücherwurm durch den Zellstoff „vervollständigen“- doch scheinbar nicht nur körperlich sondern auch seelisch… [These noch nicht ausreichend untersucht.]

Der Bücherwurm besitzt zwar ein vorsichtiges Wesen, sollte jedoch nicht als scheu oder gar asozial betrachtet werden. Er hat einen gewissen Forschungstrieb, seine Umwelt betreffend, andere Arten verschrecken ihn nicht. Freundliche Neugier macht sein Wesen aus. Selbst eine Erschütterung und Umwälzung seines Lebensraumes übersteht der Bücherwurm in den meisten Fällen. Experten sind der Meinung, dass das papyrene Interieur Wundheilung und Traumata-Bewältigung unterstützt. Der Bücherwurm ist robust. Auch wenn ihm das selber manchmal gar nicht bewusst zu sein scheint…

Auszug aus „Der Bücherwurm – Mythen, Theorien und Fakten“ von Prof. Dr. Dr. von und zu Sonnefeld

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

4 thoughts on “Zoologie des Bücherwurmes

    1. Die ist leider die meiste Zeit im Ausland und forscht. Aber vielleicht hat sie ja bald nochmal ein wenig Zeit, etwas zu verfassen 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.