„Fabers Schatz“ von Cornelia Funke

Diese Autorin muss ich (eigentlich) nicht vorstellen. Jeder kennt Cornelia Funke und ihre Bücher. Bisher ist die norddeutsche Starautorin hauptsächlich für ihre fantastischen Jugendbücher bekannt. Doch in den letzten Jahren nähern sich die Themen ihrer Werke immer mehr dem aktuellen Weltgeschehen. Mit „Fabers Schatz“ hat sie nun ein fantasievolles Bilderbuch herausgebracht, das die Themen Heimat, Fremde und Freundschaft beleuchtet.

Fabers Schatz Cornelia Funke IllustrationFaber lebt in Hamburg. Als sein Opa beschließt nach Amerika zu gehen, schenkt er Faber einen alten Teppich. Sehr zum Unmut des Enkels. Warum kann Opa ihm nicht etwas „Cooleres“ da lassen? Doch Opa meint: „Das ist mein größter Schatz. Ein Geschenk von einem Freund in Damaskus.“ Und dann fährt Opa nach Amerika und Faber bleibt unschlüssig mit dem ollen Teppich zurück. Dass Opa in seinem Abschiedsbrief schreibt, der Teppich könne fliegen, überzeugt Faber nur noch mehr: Opa ist plemplem! Als niemand in der Nachbarschaft Faber sagen kann, was es mit dem Teppich auf sich hat, ist er kurz davor aufzugeben. Erst Shaima, ein kleines Mädchen mit pechschwarzen Haaren, spricht die Sprache des Teppichs und bringt ihn zum Fliegen. Gemeinsam mit Shaima fliegt Faber rund um die Welt und lernt von ihr die Sprache des Teppichs: „Erde?“ „Ard.“ – „Fluss?“ „Nahr.“ – „Zuhause?“ „Watani.“

„Etwa 30 % meiner Zeit benötige ich für mein Engagement in Wohltätigkeitsorganisationen.“

Cornelia FunkeWas man als Leser vielleicht nicht über Cornelia Funke weiß? Neben ihrer schriftstellerischen und kreativen Arbeit, unterstützt sie zahlreiche soziale Projekte. Es ist fast unmöglich alles zu recherchieren, aber u.a. ist sie offizielle Patin des Kinderhospizes Bethel für sterbende Kinder, eine der deutschen Botschafterinnen der UN-Dekade Biologische Vielfalt, Schirmherrin von exilio e.V. Hilfe für Migranten, Flüchtlinge und Folterüberlebende, sie engagiert sich für die African Millenium Foundation, für Benachteiligte und die Umwelt. Im Jahr 2008 wurde ihr neben dem Bundesverdienstkreuz am Bande auch der Bambi in der Kategorie Kultur verliehen. 2009 erhielt sie dann den Jacob-Grimm-Preis. Sehr beeindruckend!

Fabers Schatz Cornelia Funke Vignette„Fabers Schatz“ hat eine unaufdringliche Botschaft: Hab keine Angst vor dem Anderen. Fabers Opa sagte immer: „Guck die die Leute an, Faber! Alle Farben, von Milch bis Bitterschokolade. So bunt ist die Welt! Vergiss das nie!“ Warum sollte man Berührungsängste haben? Oder sogar feindliche Gefühle? Das Schönste, das passieren kann, ist dass die unterschiedlichen Hautfarben, Sprachen oder Religionen sich ergänzen und bereichern. Susanne Göhlich hat „Fabers Schatz“ zu einer Hommage an Hamburg gemacht! Ihre Illustrationen portraitieren die Hansestadt von ihrer besten Seite: bunt, weltoffen & maritim. Faber ist ein blonder Junge mit roter Pudelmütze und Ringelshirt, der direkt am Wasser wohnt und zwischen bunten Frachtcontainern spielt. Über ihm der weite Himmel, gesäumt von ein paar Möwen und um ihn herum nur Schiffe, Wasser und Kräne. Ein wunderschönes Bilderbuch, nicht nur für norddeutsche Deerns und Jungens!

 

Fabers Schatz Cornelia Funke Cover

 

„Fabers Schatz“

von Cornelia Funke und Susanne Göhlich
Aladin Verlag
ISBN 978-3-8489-0122-7
Erschienen im Juli 2016

 

 

 

Illustrationen aus „Fabers Schatz“ von Cornelia Funke und Susanne Göhlich ©2016 Aladin Verlag

 

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