Torfstecher & Höhlenforscher – Homosexualität im Bilderbuch

Vor ein paar Tagen bin ich durch Eimsbüttel geschlendert und an der wunderbaren Buchhandlung Lüders vorbeigekommen. Hier durfte ich vor etlichen Jahren (ist es wirklich schon 12 Jahre her…?) mein erstes Praktikum machen. Ein fabelhafter Buchladen, der zum stöbern verführt und immer noch zu meinen Lieblingsorten in Hamburg zählt. Sie haben eine kleine, aber gut sortierte Bilderbuchecke, in der ich einen Schatz gefunden habe: „Papa ist doch kein Außerirdischer!“ von Anna Boulanger. Ein Buch, das alle Vorurteile gegenüber Homosexualität mit historisch anmutenden, zarten Illustrationen ad absurdum führt.

Viele Namen für eine einfache Erklärung

Theo verbingt jedes Wochenende bei seinem Vater. Für ihn heißt er Paul oder Papa. Andere Menschen nennen seinen Vater jedoch Höhlenforscher, Torfstecher oder Warmer. Sein Vater erhält allerlei Spitznamen, die Theo nicht versteht. Eines Tages erzählt Theo seinem Vater von den vielen Namen und versteht:

„Die ganzen Sachen, die ich gehört habe, bedeuten einfach nur, dass mein Papa schwul ist. Das heißt, dass er Männer liebt.“

Anna Boulangers Bilderbuch beschäftigt sich kindlich naiv mit den Auswirkungen der Sprache auf unser Denken. Das Vorsatzpapier dieses wunderschön gestalteten Bilderbuches zeigt Fetzen von Wörterbucheinträgen: Alles Synonyme für Homosexualität. Boulanger hat die Wörter zusammengetragen und ihnen, im wahrsten Sinne des Wortes, Flügel verpasst. Neben den schwebenden Wörterbucheinträgen steht ein junger Mann mit suchendem Gesichtsausdruck und Höhlenforscher-Equipment – verloren zwischen den vielen Doppeldeutigkeiten. „Torfstecher & Höhlenforscher – Homosexualität im Bilderbuch“ weiterlesen

Schweden Spezial I: Die Klassiker

Ach Schweden, oh mein Schweden. Land der Seen, der Wälder und der Kinderbücher! Wusstet ihr das jedes 10. Buch, das in Schweden veröffentlicht wird, ein Kinderbuch ist? Literatur für Kinder hat seit jeher einen festen Platz im Feuilleton und seit 1982 gibt es sogar eine Professur für Kinderliteratur. Kein Wunder, dass die schwedische Kinderliteraturszene blüht und gedeiht und so mancher Schatz seinen Weg auch in unsere Regale findet.

Astrid LindgrenOhne dass es euch bewusst wäre, kennt ihr vermutlich eine Menge Bücher von schwedischen Autorinnen und Autoren. Die wohl wichtigste Pionierin des modernen schwedischen Kinderbuches ist Astrid Lindgren. Ihr erstes Buch „Pippi Langstrumpf“ erschien 1945 und machte das schwedische Kinderbuch sogleich international bekannt. Im Laufe ihrer Karriere erhielt Astrid Lindgren zahlreiche Preise, am Ende ihres Lebens war sie gar eine schwedische Nationalheldin. Sie war es, die mit ihren Geschichten rund um starke, eigenwillige Protagonisten, auch die Rolle des Kindes in der schwedischen Gesellschaft verändert hat. Zu Astrid Lindgrens bekanntesten Figuren gehören Pippi Langstrumpf, die Kinder aus Bullerbü und Michel aus Lönneberga. „Schweden Spezial I: Die Klassiker“ weiterlesen

„Alle Welt. Das Landkartenbuch“

Ich besitze nur einen Weltatlas. Er ist wunderhübsch illustriert und klärt mich über die wirklich wichtigen Fakten dieser Erde auf: Was sind die beliebtesten Vornamen in Peru? Was essen die Menschen in Tunesien am liebsten? Welche Tiere überleben in der Antarktis und welcher Tanz stammt aus Österreich?

Untitled design(2)Der „Alle Welt“ Atlas ist ein Buch für Groß und Klein. Die beiden polnischen Buchgestalter Aleksandra Mizielinska & Daniel Mizielinski haben mehr als drei Jahre an diesem Meisterwerk gearbeitet, das auf über 100 Seiten knapp 4000 Vignetten unterbringt. Ein Wimmelbuch der Extraklasse! Man kann das Buch gar nicht oft genug zur Hand nehmen: Garantiert entdeckt man immer wieder etwas Neues. Egal, wie alt man ist. Denn „Alle Welt“ kann man sich in jedem Alter (nochmal) anschauen. Empfohlen wird das Buch ab 6 Jahren. Ich wage aber zu behaupten, dass es auch für jüngere Kinder schon einen gewissen Reiz hat. „„Alle Welt. Das Landkartenbuch““ weiterlesen