Moin, moin! Hamburg-Bücher für Kinder

Hummel, hummel! Mors, mors! Ob nun gebürtiger Hamburger oder Quiddje – in Hamburg ist für jeden ‘was dabei. Kein Wunder, dass es Bücher über unsere schöne Hansestadt wie Sand am Elbstrand gibt. Auch für Kinder ist die Auswahl riesig. Welches sollte man sich anschaffen? Ein paar meiner liebsten Bücher für Kinder ab 1 Jahr möchte ich euch heute vorstellen. Und gewinnen könnt ihr auch etwas…

“Hamburg-ABC”

von Karin Lindeskov Andersen
Junius Verlag

Den Anfang macht das aktuelle Lieblingsbuch meines Sohnemannes. Das “Hamburg-ABC” des Junius Verlags ist quasi ein Einsteigerbuch für kleine Hamburger_innen. Wunderschön designt, mit vielen kleinen maritimen Details, macht es auch den Eltern Spaß. Sympathische Tiere stellen Hamburger Eigenheiten oder Begriffe in alphabethischer Reihenfolge vor. Der Affe schippert über die Alster, der Dachs besucht den Dom und der Elefant entspannt am Elbstrand. Super!

 

“Das große Hamburg-Erklär-Buch”

von Jörn Tietgen und Jan Kruse
Junius Verlag

Für die älteren Geschwister sollte man dann unbedingt “Das große Hamburg-Erklär-Buch” mitnehmen. Ebenso schön gestaltet, finden sich Unmengen an interessanten Infos zur Hansestadt. Beim Vor- und Mitlesen können Eltern und Kinder einiges über Hamburg lernen – alles verständlich erklärt von Jan & Jörn. Zwei waschechten Hamburger-Jungs.

 

“Wer klaut denn da den Fisch?”

von Anne Rieken
Schünemann Verlag

Die fünfköpfige Familie Seemann erlebt so einiges in ihrer Heimatstadt Hamburg. Mal gehen sie auf den Fischmarkt, mal stürzen sie sich ins Weihnachtsmarkt-Getümmel. Das Buch “Wer klaut denn da den Fisch?” zeigt die sympathische Familie im Herbst und Winter in der Hansestadt. Im zweiten Band “Was schwimmt da auf der Alster?”gehts im Frühjahr und Sommer weiter. Für Kinder ab 2 Jahren gibt es wimmelige Bilder von den schönsten Orten der Stadt.

 

“Das große Kritzel-Schnipsel-Maggel-Ruffel-Tüdel-Hamburg-Buch”

von Nicole Iwanov, Ann-Cathrin Raab, Jasmin Schäfer, Trixi Schneefuß, Eleanor Sommer
Junius Verlag

Wer nicht nur lesen, sondern auch kreativ werden will, sollte sich dieses tolle Aktivbuch der Illustratorengruppe “Die Krickelkrakels” zulegen. Frei nach Schnauze darf geklebt, zerschnitten und neu zusammengesetzt werden, bis Hamburg Kopf steht. Spielerisch werden Geschichten über die Hansestadt erfunden und ganz neue Welten erschaffen. Für alle Kreativen ab 4 Jahren geeignet.

 

“Mein kleines Stadt-Wimmelbuch Hamburg”

von Wolfgang Slawski
Willegoos Verlag

In Hamburg ist immer was los! In diesem wimmeligen Pappbilderbuch folgt man Guntje Graugans durch das trubelige Hamburg. Mal fliegt sie durch den Hafen, mal badet sie am Elbstrand oder schaut sich die Besucher des Isemarkts an. Die klaren Linien der Illustrationen ermöglichen es auch schon ganz kleinen Lesern, die Bilder von Wolfgang Slawski zu betrachten. Außerdem gibt es durch Guntje ein wiederkehrendes Motiv, das zu einem spielerischen Betrachten einlädt und auch Kindern über 2 Jahren Spaß macht.

Gewinnspiel

Ihr hattet kein Hamburg-Buch im Osternest? Nicht traurig sein. Dank des Willegoos Verlags habt ihr die Möglichkeit ein Exemplar von “Mein kleines Stadt-Wimmelbuch” zu gewinnen. Um in den Lostopf zu wandern, müsst ihr nur unter diesem Beitrag kommentieren, was ihr an Hamburg am liebsten mögt. Das können Orte, Menschen oder Dinge sein – ich bin auf eure Antworten gespannt.

Teilnahmebedingungen

  • Die Verlosung beginnt am 01.04.2018 um 0.00 Uhr und endet am 03.04.2018 um 23.59 Uhr.
  • Jeder, der unter diesem Beitrag einen Kommentar hinterlässt, erklärt sich mit denTeilnahmebedingungen einverstanden und kann gewinnen.
  • Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren.
  • Über den Gewinner entscheidet das Los.
  • Der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt.
  • Der Versand des Gewinns erfolgt ausschließlich nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz.
  • Eine Barauszahlung ist nicht möglich.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Glück!


Das Copyright der Cover-Bilder liegt bei dem jeweiligen Verlag.
Header und Gewinnspiel-Illustrationen © Wolfgang Slawski / Willegoos Verlag 2018

Grafisch, hip, naturverbunden: “Die goldene Funkelblume”

Hände hoch, wer auf grafische reduzierte Ilustrationen mit einem Hang zu Retro steht! Hier! Ich! Benjamin Flouw macht es uns leicht sein Bilderbuch “Die goldene Funkelblume” zu lieben, denn Design und Message entsprechen dem Zeitgeist: Irgendwie hip und naturverbunden.

Ideal für alle Hipster da draußen

Bitte versteht mich jetzt nicht falsch, irgendwie hip meine ich nicht abwertend, ich schiele euch nicht missbilligend von der Seite an. Mit meinem Hang zu Altbauwohnungen, Retro-Sneakern und Chai-Lattes tummle ich mich ebenso in diesem Meer aus Individualisten. Wir Hipster lieben momentan einfach grafische Illustrationen. Und Füchse. Und am lautesten gelacht habe ich, weil der Fuchs im Buch ebenfalls ein Hipster ist. Er trägt einen gelben Regenmantel (vermutlich diesen von Derbe), eine rote Wollmütze (diese?) und hat immer seine Aluminium-Wasser-Flasche (höchstwahrscheinlich dieselbe, die ich auch nutze) dabei, damit er keinesfalls eine aus Plastik kaufen muss. Und als würde das noch nicht reichen, setzt der Fuchs sich abends gerne in seinen Vintage-Sessel und stöbert in Pflanzenbestimmungsbüchern nach neuen Deko-Pflanzen für seine Wohnung. Jetzt mal ehrlich: Kennen wir nicht alle so einen Fuchs?

Diese Packliste hat der Fuchs vermutlich im Vorfeld seiner Expedition auch auf seinem Instagram-Account veröffentlicht. © Benjamin Flouw / Kleine Gestalten, Berlin 2018

Das Abenteuer beginnt

Der Fuchs findet in seinem Pflanzenbestimmungsbuch eine seltene Blume, zu der es keine Abbildung gibt. Und der Fuchs wäre nicht der Fuchs, hätte er nicht das nötige Selbstvertrauen um loszuziehen und das, was hunderte vor ihm nicht geschafft haben zu meistern: Die goldene Funkelblume zu finden. Auf seinem Weg muss er einige Höhenmeter zurücklegen, bekommt Hilfe von seinen ebenso hippen Freunden Bär und Ziege und Wolf, gibt aber seine Suche nicht auf.

Bär ist eher so der Typ Holzfäller-Hipster. Sein liebstes Hobby ist Angeln. Von Beruf ist er vermutlich Grafiker. © Benjamin Flouw / Kleine Gestalten, Berlin 2018

Der Fuchs erklimmt sogar den Gipfel eines Berges um die Funkelblume zu finden. Während der dort oben neben seinem Zelt sitzt und den Sonnenuntergang beobachtet (nein, das denke ich mir nicht aus), findet er sie tatsächlich im Schnee, die seltenste aller Blumen. Und weil der Fuchs ein Fuchs ist, zeichnet er sie aus allen Perspektiven, pflückt sie jedoch nicht. Denn genau dort oben in eisiger Kälte sieht die Funkelblume am allerschönsten aus. Mit seinen Zeichnungen, die fortan seine botanische Lektüre ergänzen werden, kehrt er schlussendlich zufrieden in sein gemütliches Zuhause zurück:

“Seine Funkelblume dort oben auf dem Gipfel des Berges war einfach fabelhaft faszinierend!”

Wie kriege ich denn jetzt die Kurve? Denn mal ganz abgesehen, dass ich mich herrlich über diese Stereotype amüsieren kann, haben Kinder sicherlich auch Spaß an diesem Bilderbuch. Es ist wie immer bei den “Kleinen Gestalten” hochwertig verarbeitet, auf mattem FSC-zertifiziertem Papier gedruckt und vermittlet ganz nebenbei ein paar Infos rund um das Thema Blumenbestimmung. Also eine absolute Empfehlung von mir – auch wenn ihr kein Rennrad fahrt.


“Die goldene Funkelblume”

von Benjamin Flouw
ISBN 978-3-89955-803-6
Kleine Gestalten Verlag
Erschienen 2018

 

 

 

Headerbild © Benjamin Flouw / Kleine Gestalten, Berlin 2018

 

“Das Sams feiert Weihnachten” – Türchen No.9

Der Dezembert schreitet voran und ich darf heute das 9. Adventskalendertürchen öffnen. Vom 01. bis zum 24. Dezember findet sich jeden Tag auf einem anderen Kinderbuch-Blog ein Beitrag mit einer Kinderbuchempfehlung. Mein Beitrag am 03.12. war für ganz kleine Buchliebhaber, heute stelle ich euch ein Buch für Kinder ab ca. 7 Jahren vor: “Das Sams feiert Weihnachten” von Paul Maar aus dem Verlag Friedrich Oetinger vor. ““Das Sams feiert Weihnachten” – Türchen No.9″ weiterlesen

“Mats & Frida” – #Kinderbuchadvent Türchen No. 3

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Heute ist also der erste Advent und ich habe die Ehre, das heutige Blog-Adventskalendertürchen zu öffnen. Vom 01. bis zum 24. Dezember findet sich jeden Tag auf einem anderen Kinderbuch-Blog ein Beitrag mit einer Kinderbuchempfehlung. Ich stelle euch heute eine wunderschöne Reihe für die Allerkleinsten vor: “Mats & Frida” von Lena Kleine Bornhorst und Jan Gadermann aus dem Verlag Friedrich Oetinger.

Lesenlernen ist ein langer Prozess

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass der Prozess des Lesenlernens erst in der Schule beginnt. Tatsächlich fängt es quasi schon in der Krippe an. Um Buchstaben lesen zu können und anschließend auch zu verstehen, müssen nämlich einige Fähigkeiten bereits erlernt sein. Es ist mittlerweile bewiesen, dass Lesen die gleichen Bereiche unseres Gehirns anregt, die auch zum Erkennen von Gesichtern und Formen zuständig sind. Um Lesen zu lernen muss man also bereits in der Lage sein, Gegenstände identifizieren zu können. (Wäre das nicht auch mal ein interessanter Blogpost?) ““Mats & Frida” – #Kinderbuchadvent Türchen No. 3″ weiterlesen

“Durch den Wald”

Ach herrje. Kaum dreht man sich einmal um, ist es bereits Mitte Oktober. Dabei habe ich dieses großartige Buch seit Wochen bei mir liegen: “Durch den Wald” von Nele Palmtag. Es ist bereits mit mir nach Stuttgart gereist (immerhin aus Hamburg und das ist fast so weit wie die Strecke, die die Protagonisten im Buch zurücklegen müssen…), wurde Freunden empfohlen und von Nicht-Kinderbuchmenschen (soll es ja geben) gelobt. Ein Blogpost entsteht erst heute dazu, aber gut Ding will Weile haben und alles zu seiner Zeit und nun ja, jetzt aber!

Pudel, Kater, Piep – wohnen bei Frau Lieb!

Frau Lieb wohnt mit ihren Haustieren Pudel, Kater und Piep am Stadtrand. Alle vier genießen ein vorzüglich entspanntes Leben in ihrem wohligen Zuhause. Nun findet Frau Lieb eines Tages ihre silberne Kette nicht, stürzt und bricht sich die Beine. Das hat schwerwiegende Konsequenzen, denn Kater, Pudel und Piep dürfen natürlich nicht mit ins Krankenhaus. Während Frau Lieb also zur Genesung weggekarrt wird, breitet sich langsam Panik unter den drei Couchpotatoes aus – was wird denn jetzt aus uns? Als die Halskette wieder auftaucht, schmieden die drei einen Plan: Wir gehen zu Frau Lieb ins Krankenhaus und bringen ihr die Perlen. Sie freut sich und wir sind nicht mehr allein. Gesagt, getan. Und so beginnt ein riesiges Abenteuer für Pudel, Kater und Piep. Denn erst einmal müssen sie durch den dunklen Wald… ““Durch den Wald”” weiterlesen

Hallo zurück mit Paule Pinguin!

Es scheint ewig her zu sein – wann habe ich das letzte Mal etwas gebloggt? Heute melde ich mich zurück. Uns geht es dufte, ich bin im Mutterschutz und habe endlich wieder die Ruhe, mich mit Bilderbüchern zu beschäftigen. Mein schlechtes Gewissen ist mindestens so hoch, wie der Stapel Herzensbücher, die ich euch vorstellen möchte. Nun denn, Einsicht ist ja bekanntlich der erste Weg zur Besserung. Den Anfang macht “Paule Pinguin allein am Pol” von Jory John und Lane Smith, erschienen bei Carlsen. “Hallo zurück mit Paule Pinguin!” weiterlesen

“Herr Panda und das BITTE”

Ach ja, die Höflichkeit. Bekannterweise haben wir ja alle ein anderes Empfinden, wenn es ans Thema Höflichkeit geht. Worauf sich die meisten unter uns jedoch einigen können, ist, dass Danke und Bitte zum Grundwortschatz gehören sollten. Wer das mit seinen Kindern üben möchte, sollte sich “Herr Panda und das BITTE” anschaffen.

“Höflichkeit ist Klugheit, folglich ist Unhöflichkeit Dummheit.” – Arthur Schopenhauer

Die Geschichte des Buches ist schnell erzählt: Herr Panda hat einen Karton voll Donuts. Er geht von Tier zu Tier und fragt: “Möchtest du einen Donut?” Keines der Tiere antwortet mit “Ja, danke!” oder “Bitte den Blauen!”, sodass Herr Panda seine Donuts doch lieber für sich behält. Erst das letzte Tier antwortet sehr höflich auf seine Frage: “Darf ich einen Donut haben? Bitte, Herr Panda.” Und Herr Panda schenkt ihm alle – er mag gar keine Donuts. ““Herr Panda und das BITTE”” weiterlesen

Torfstecher & Höhlenforscher – Homosexualität im Bilderbuch

Vor ein paar Tagen bin ich durch Eimsbüttel geschlendert und an der wunderbaren Buchhandlung Lüders vorbeigekommen. Hier durfte ich vor etlichen Jahren (ist es wirklich schon 12 Jahre her…?) mein erstes Praktikum machen. Ein fabelhafter Buchladen, der zum stöbern verführt und immer noch zu meinen Lieblingsorten in Hamburg zählt. Sie haben eine kleine, aber gut sortierte Bilderbuchecke, in der ich einen Schatz gefunden habe: “Papa ist doch kein Außerirdischer!” von Anna Boulanger. Ein Buch, das alle Vorurteile gegenüber Homosexualität mit historisch anmutenden, zarten Illustrationen ad absurdum führt.

Viele Namen für eine einfache Erklärung

Theo verbingt jedes Wochenende bei seinem Vater. Für ihn heißt er Paul oder Papa. Andere Menschen nennen seinen Vater jedoch Höhlenforscher, Torfstecher oder Warmer. Sein Vater erhält allerlei Spitznamen, die Theo nicht versteht. Eines Tages erzählt Theo seinem Vater von den vielen Namen und versteht:

“Die ganzen Sachen, die ich gehört habe, bedeuten einfach nur, dass mein Papa schwul ist. Das heißt, dass er Männer liebt.”

Anna Boulangers Bilderbuch beschäftigt sich kindlich naiv mit den Auswirkungen der Sprache auf unser Denken. Das Vorsatzpapier dieses wunderschön gestalteten Bilderbuches zeigt Fetzen von Wörterbucheinträgen: Alles Synonyme für Homosexualität. Boulanger hat die Wörter zusammengetragen und ihnen, im wahrsten Sinne des Wortes, Flügel verpasst. Neben den schwebenden Wörterbucheinträgen steht ein junger Mann mit suchendem Gesichtsausdruck und Höhlenforscher-Equipment – verloren zwischen den vielen Doppeldeutigkeiten. “Torfstecher & Höhlenforscher – Homosexualität im Bilderbuch” weiterlesen

Papperla-Pappbuch-Tipps für kleine Leute

Gehört ihr zu den Glücklichen, bei denen es gerade schneit? In Hamburg regnet es leider nur Bindfäden – dafür eignet sich das Wetter ganz famos zum Einkuscheln mit Lieblingsbüchern. Oder zur ersten Bestandsaufnahme des neuen Jahres. Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich euch drei Pappbücher vorenthalten habe, die ihr (und alle 2,5-Jährigen) unbedingt kennen solltet. Eieiei! Na dann mal an die Bücher, fertig, los!

“Welches Pferd heißt Gerd?”

Das Cover dieses großartigen Wimmel-Such-Buches verrät es euch schon: Es geht um Einzigartigkeit. Denn genau wie alle anderen zu sein, ist doch langweilig. Es ist ok, anders zu sein und sich von der Masse abzuheben. Und so sucht man zwischen grasenden Ponys, das rasend schnelle Superpferd Gerd oder zwischen zahlreichen Hunden, den Ballerina-Mops Siegmund. Herrlich verrückte Reime und liebevolle Illustrationen und bringen in diesem Pappbuch-Knaller garantiert jeden zum Lachen!

“Genau wie jeder andere sein? Nö! Da sagen wir laut: ‘Nein!’ Jeder ist – das ist doch klar -, so wie er ist, ganz wunderbar!”

Illustratorin Kathrin Wessel aka Käselotti designt Stoffe, näht für ihr Leben gern und hat sogar mal als Grafikdesignerin im Kinderbuchverlag Oetinger gearbeitet. Wer ihre Illustrationen genauso mag wie ich, sollte mal auf ihrer Website vorbeischauen. Dort kann man Broschen, Stoffe oder Postkarten in ihrem unverwechselbaren Stil erstehen. Yippieh!

welches pferd heißt gerd cover pappbuch“Welches Pferd heißt Gerd?”
von Kathrin Wessel und Anne-Kristin zur Brügge
Oetinger 2016
ISBN 978-3-7891-2455-6

“Papperla-Pappbuch-Tipps für kleine Leute” weiterlesen

“Grenzlandtage”

Ich muss ganz ehrlich mit euch sein: Die Bücher, die mir am besten gefallen, sind meist fantastische Werke. Ob nun von J.K. Rowling oder Stanislaw Lem – Geschichten, die in anderen Welten spielen, ziehen mich in ihren Bann. Kein Wunder, denkt man daran, was in unserer Welt tagtäglich an Grausamkeit und Ungerechtigkeit passiert. Nicht, dass es in fantastischen Büchern keine Anschläge, Krieg oder schlechte Menschen gäbe. Doch das Wissen darum, dass es sich bei den Gräueltaten in den Büchern eindeutig um Fiktion handelt, macht es für mich um einiges erträglicher.

Es fühlt sich so an, als wäre dieses Jahr lauter als andere zuvor. 2016 hat mich einige Male zusammenschrecken lassen. Jede neue Nachricht scheint negativ zu sein. 2016 ist politischer als andere Jahre. Aber 2016 hat mich auch dazu animiert, mich intensiver mit aktuellen Thematiken auseinanderzusetzen. Literatur nicht nur als Flucht aus dem Alltag zu begreifen, sondern auch als Mittel zur Reflexion. In der Kunst werden Themen anders beleuchtet als in den 20 Uhr Nachrichten – zum Glück! Denn die Welt besteht nicht nur aus Krieg und Hass und Zerstörung. Sie besteht auch immer (!) aus Liebe und Zuversicht und Familien und Freunden und die Sonne scheint trotzdem immer irgendwo. Ein beruhigender Gedanke.

 

Wegschauen ist keine Option

Peer Martin
Peer Martin

Ein Gedanke, den “Grenzlandtage” von Peer Martin und Antonia Michaelis ganz besonders verkörpert. Bereits in seinem Debütroman “Sommer unter schwarzen Flügeln” setzte sich Peer Martin mit einem politischen Thema auseinander: Was, wenn sich ein Nazi und ein syrisches geflüchtetes Mädchen ineinander verliebten? In “Grenzlandtage” wird eine ähnlich komplexe Liebesgeschichte ersonnen, um ein noch komplexeres Thema zu beleuchten: Die sogenannte Flüchtlingskrise. Eine Hydra, die immer mehr Köpfe bekommt, je länger man sich mit ihr beschäftigt…

“Europa. Nein, hier herrscht kein Krieg, hier gibt es keine Folter, keinen Hunger und keine Gewalt. Europa ist ein stilles, friedliches Grab.”

Jule und Evelyn steht der Abi-Stress bevor, deshalb beschließen die beiden, noch einmal in den Urlaub zu fliegen. Zwei Wochen auf einer kleinen griechischen Insel sollen es werden. Aber Evelyn erkrankt kurzfristig, sodass Jule sich allein auf den Weg macht. Auf der Insel angekommen, erwarten Jule einheimische Machos, Einsamkeit und Straßenhunde. Zu zweit wäre diese Reise sehr viel lustiger geworden! Als sie Asman kennenlernt, ändert sich alles. Asman gibt sich als israelischer Wild-Camper aus – zwischen den beiden Jugendlichen knistert es sofort. Es dauert lange, bis Jule mehr über Asmans Vergangenheit, seine palästinensische Abstammung und seine schreckliche Flucht aus dem Kriegsgebiet erfährt. Peer Martin und Antonia Michaelis schaffen es, den jugendlichen Leser langsam an die harte Realität heranzuführen. Jule erfährt häppchenweise, wie Asman auf die Insel gelangt ist und weshalb er überhaupt fliehen musste. Jule ist eine typisch deutsche Jugendliche. Für sie ist der Krieg im Nahen Osten zwar eine Konstante in den Nachrichten, was genau dort jedoch geschieht und welchen Part Europa dabei spielt, muss auch sie erst im Internetcafé des kleinen Ortes recherchieren. “Grenzlandtage” ist über 400 Seiten lang keine seichte Lektüre. Doch mir kommt es vor, als hätte ich die vielen Seiten, die Lesezeit, gebraucht. ““Grenzlandtage”” weiterlesen