„Durch den Wald“

Ach herrje. Kaum dreht man sich einmal um, ist es bereits Mitte Oktober. Dabei habe ich dieses großartige Buch seit Wochen bei mir liegen: „Durch den Wald“ von Nele Palmtag. Es ist bereits mit mir nach Stuttgart gereist (immerhin aus Hamburg und das ist fast so weit wie die Strecke, die die Protagonisten im Buch zurücklegen müssen…), wurde Freunden empfohlen und von Nicht-Kinderbuchmenschen (soll es ja geben) gelobt. Ein Blogpost entsteht erst heute dazu, aber gut Ding will Weile haben und alles zu seiner Zeit und nun ja, jetzt aber!

Pudel, Kater, Piep – wohnen bei Frau Lieb!

Frau Lieb wohnt mit ihren Haustieren Pudel, Kater und Piep am Stadtrand. Alle vier genießen ein vorzüglich entspanntes Leben in ihrem wohligen Zuhause. Nun findet Frau Lieb eines Tages ihre silberne Kette nicht, stürzt und bricht sich die Beine. Das hat schwerwiegende Konsequenzen, denn Kater, Pudel und Piep dürfen natürlich nicht mit ins Krankenhaus. Während Frau Lieb also zur Genesung weggekarrt wird, breitet sich langsam Panik unter den drei Couchpotatoes aus – was wird denn jetzt aus uns? Als die Halskette wieder auftaucht, schmieden die drei einen Plan: Wir gehen zu Frau Lieb ins Krankenhaus und bringen ihr die Perlen. Sie freut sich und wir sind nicht mehr allein. Gesagt, getan. Und so beginnt ein riesiges Abenteuer für Pudel, Kater und Piep. Denn erst einmal müssen sie durch den dunklen Wald…

Reim dich oder ich fress dich!

Ich liebe, liebe, liebe gut gereimte Kinderbücher. „Durch den Wald“ ist ein Meisterwerk der subtilen Reimkunst. Für Kinder gut zu verstehen, mit vielen versteckten Pointen für den erwachsenen Vorleser. Das gemütliche Vorstadtleben des Liebschen Haushalts wird bereits auf der ersten Doppelseite perfekt auf den Punkt gebracht:

„Weil Frau Lieb sich viele Sorgen macht, wird die Zeit vor allem im Haus verbracht. Und wenn dann doch mal einer muss? Niemals allein raus! – Immer: „Bei Fuß!“ Mit Fleiß wird hier das Haus gepflegt, die Tiere werden verwöhnt und gehegt.“

Die Kombination aus starken Reimen und farbenfrohen Buntstiftzeichnungen macht einfach Spaß. Es gibt so viel zu entdecken! Schon die Verse der ersten Seite illustrieren die Szenerie perfekt. Doch in Kombination mit den Bildern kommt man aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus: Der dicke Kater auf dem Sofa, vor ihm eine Etagere mit Pralinen. Frau Lieb und der Pudel föhnen sich zeitgleich ihre Haarpracht. An den Wänden Bilder aus längst vergangenen Zeiten: Frau Lieb singend auf der Bühne. Neben dem Schallplattenspieler die LP der Oper „Carmen“. Und hinter dem gemusterten Küchenvorhang wartet bereits der Melitta-Filter auf der Kaffeekanne auf seinen Einsatz. Wie bei Oma eben!

„Im Wald wird’s nun dunkel, schwarz senkt sich die Nacht…“

Oh weh, die Reise der drei Haustiere ist ein richtiges Abenteuer. Drei, vier Doppelseiten sind wirklich düster und ich befürchte, nichts für schwache Kindernerven. Natürlich geht alles gut aus – die Tiere im Wald sind natürlich total nett. Man kannte sich vorher halt nicht und was man nicht kennt, das macht einem erst einmal Angst. Trotzdem: Obacht, sollten eure Kinder eher ängstlich sein! Die Zeichnungen sind duster, dunkelblau bis dunkelgrün und hinter jeder dunklen Ecke versteckt sich etwas im Wald.

Autorin und Illustratorin Nele Palmtag kannte ich bisher zwar flüchtig (nicht persönlich – ich meine ihr Werk), aber so richtig mochte mir vor der Lektüre von „Durch den Wald“ nicht einfallen, was sie bisher bereits herausgebracht hatte. Dabei sind ihre Bücher z.B. bereits bei Carlsen, Ueberreuter und Atlantis erschienen. Alles wunderschön illustrierte Titel, schaut sie euch hier einmal an. Meine steile These: Mit „Durch den Wald“ wird sie bestimmt den ein oder anderen Preis erhalten und bald ein Star der Bilderbuchszene sein – ich würde es ihr wünschen!

Und die Moral von der Geschicht‘?

Tja, alles will ich euch natürlich nicht verraten. Aber vermutlich könnt ihr es euch schon denken: Nur wer auch ab und an mal ein Risiko eingeht oder etwas wagt, wird auch überrascht. Und in diesem Fall positiv. Das Leben kann Angst machen – da draußen ist so viel, das man nicht kennt. Aber das macht das Leben halt aus. Und nur wer ab und an neue Wege geht, kann auch neue Freunde finden. Selbst die sonst so vorsichtige Frau Lieb kennt sich mit dem aufregenden Leben aus. Ihr müsst nur mal drauf achten, was sich in ihrem Anhänger an ihrer Kette verbirgt… Ich glaube, Frau Lieb hatte ein wahnsinnig aufregendes Leben!


„Durch den Wald“

von Nele Palmtag
ISBN: 978-3-942795-56-2
Kunstanstifter Verlag
Erschienen im August 2017

Hallo zurück mit Paule Pinguin!

Es scheint ewig her zu sein – wann habe ich das letzte Mal etwas gebloggt? Heute melde ich mich zurück. Uns geht es dufte, ich bin im Mutterschutz und habe endlich wieder die Ruhe, mich mit Bilderbüchern zu beschäftigen. Mein schlechtes Gewissen ist mindestens so hoch, wie der Stapel Herzensbücher, die ich euch vorstellen möchte. Nun denn, Einsicht ist ja bekanntlich der erste Weg zur Besserung. Den Anfang macht „Paule Pinguin allein am Pol“ von Jory John und Lane Smith, erschienen bei Carlsen.

Was habe ich mich gefreut, als das Buch bei mir ankam. Die Carlsen-Ladies Ute und Ramona geben sich aber auch immer wahnsinnig viel Mühe! Dieser Titel kam in Paule Pinguin Geschenkpapier verpackt, plus persönlichem Anschreiben und Poster. Danke, ihr Lieben! Mit „Paule Pinguin allein am Pol“ trefft ihr genau meinen Geschmack. Sowohl Aufmachung, Illustrationen, Text als auch (wenn man es denn so nennen möchte) „Message“ zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht. Dieser mürrische kleine Meckerpinguin ist mir sofort ans Herz gewachsen.

Der Inhalt des Buches ist schnell erzählt: Paule Pinguin ist schlecht drauf. Alles nervt ihn. Er hat Hunger. Das Meer riecht ihm zu salzig. Sein Schnabel friert und sowieso hat er dermaßen viele Probleme – und keiner interessiert sich dafür! Bis ihm just ein Walross auf die Schulter tippt, das durchaus ein paar Zeilen Weisheit zu Paules Miesepetrigkeit beizutragen hat:

„Ja, hier draußen ist es nicht immer einfach. […] Aber hör gut zu, mein Freund: Ich würde niemals mein Leben gegen ein anderes eintauschen, und du, schätze ich, genauso wenig.“

Paule kekst sich nach dem Walross-Monolog natürlich gleich wieder auf – „Wer, um alles in der Welt, war das denn?“. Muss aber einsehen, dass das Walross Recht hat. Er hat Gründe, sein Leben wertzuschätzen. Er hat seine Freunde, Familie, er hat ein Zuhause und Meer und Berge sind auch ganz in Ordnung. Alles in allem, also gar nicht so dramatisch.

Woran mich „Paule Pinguin allein am Pol“ erinnert? An eine Mischung aus Lane Smiths Titel „Das ist ein Buch“, der „Ohne dich ist alles doof“-Welt, Jory Johns Titel „Alle meine Freunde sind tot“, gemischt mit einer großen Prise Sarkasmus und Erwachsenenhumor. Und der macht den Reiz an diesem Bilderbuch für mich aus: Jory Johns und Lane Smiths außergewöhnlicher Humor. Ähnlich wie in „Das ist ein Buch“ lesen sich die kurzen mauligen Sätze des kleinen Pinguins recht trocken. Man hört Paules genervten Tonfall förmlich. Ein herrlicher Vorlesespaß! Wer „Das ist ein Buch“ nicht kennt, sollte sich dieses Video unbedingt ansehen:

Und auch die „Message“ empfinde ich gelungen. Paule hat keinen plötzlichen Sinneswandel, aber er nimmt sich die Worte des fremden Walrosses zu Herzen. Klar, erst einmal empfindet er dessen Monolog (im Kontext dieses Buches ist es tatsächlich ein wahnsinnig langer Part) als übergriffig. Nach und nach dämmert dem Meckerpinguin aber dessen Wahrheit: Das Leben ist nicht immer toll und lustig und Spaß macht es auch nicht immer. Aber hey, auch schlechte Tage gehören dazu. Und letztendlich ist unser Leben einzigartig – dafür sollten wir dankbar sein. Denk noch einmal drüber nach, gibt es nicht auch in dunklen Stunden etwas, wofür wir trotz allem dankbar sind?

Absolut! Wofür seid ihr denn besonders dankbar? Dieses Buch ist vielleicht mal wieder ein Anlass, darüber nachzudenken…


„Paule Pinguin allein am Pol“

von Jory John & Lane Smith
ISBN 978 3 551 51854 5
Carlsen Verlag
Erschienen im Juli 2017

 

 

 

P.s.: Lustiger Fakt am Rande: Bis zum Ende dieses Beitrages habe ich mich gefragt, warum das Buch „Paule Pinguin allein am Pool“ heißt… Uups!

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Hut auf, Party ab!

Fete, Fete, Fete! Wenn Norbert eine Einladung zur „hutigsten Party aller Zeiten“ schickt, dann muss man auch mit Hut erscheinen. Was aber, wenn man keinen Hut besitzt? In „Hut auf, Party ab!“ wird dieses Problemchen grandios amüsant durchgespielt. Ein großer Spaß für alle, die eine gute Party zu schätzen wissen…

Norbert hat eingeladen: Zur „grösstesten, schönstesten, hutigsten Party aller Zeiten“. Klar, da braucht man einen Hut. Was aber, wenn man partout keinen findet? Dann muss halt Plan B funktionieren: Alli Affix der Affe, der zufällig einen wunderschönen Hut besitzt, kommt mit zur Party. Doch der Türsteher ist streng. Ein Hut ist ja schön und gut, aber ein Monokel muss schon auch dabei sein. Doch auch mit Monokel tragendem Dachs ist es nicht getan – dem Türsteher fallen immer neue verrückte Bedingungen ein. Gut, wenn man viele Freunde hat, die einem helfen. Auch wenn sich schlussendlich herausstellt, dass der Türsteher gar nicht zu Norberts Party gehört…

„Egal. Norberts Party war echt die Mühe wert…“

Hut auf Party ab Kate Findley Illustration Affe

Simon Philip und Kate Hindley ist mit „Hut auf, Party ab!“ ein vergnügliches und wunderschönes Bilderbuch gelungen. Bunt und verrückt! Ein besonderer Humor, der sowohl in der lakonischen Sprache als auch in den herrlich bunten Illustrationen durchklingt. Auf jeder Buchseite gibt es viel zu entdecken: Ulkige Tiere, charmante Gesichtsausdrücke, bunte Schlüpfer und und und. Kate Hindley hat an der Falmouth School of Art im schönen Cornwall studiert und im Gerstenberg Verlag bereits das Bilderbuch „Wie man ein Wollmammut wäscht“ herausgebracht.

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„Albert und der Baum“

Die Geschichte um den warmherzigen und gemütlichen Bären Albert ist eine Geschichte über Freundschaft und Verständnis. Über Mitgefühl und darum, das Teilen manchmal schöner sein kann, als etwas für sich alleine zu haben. Wie immer, haben es mir aber besonders die wunderbaren Illustrationen der preisgekrönten Britin Jenni Desmond angetan – es wird nicht das einzige Buch von ihr in meinem Regal bleiben!

„„Albert und der Baum““ weiterlesen

„Fabers Schatz“ von Cornelia Funke

Diese Autorin muss ich (eigentlich) nicht vorstellen. Jeder kennt Cornelia Funke und ihre Bücher. Bisher ist die norddeutsche Starautorin hauptsächlich für ihre fantastischen Jugendbücher bekannt. Doch in den letzten Jahren nähern sich die Themen ihrer Werke immer mehr dem aktuellen Weltgeschehen. Mit „Fabers Schatz“ hat sie nun ein fantasievolles Bilderbuch herausgebracht, das die Themen Heimat, Fremde und Freundschaft beleuchtet.

Fabers Schatz Cornelia Funke IllustrationFaber lebt in Hamburg. Als sein Opa beschließt nach Amerika zu gehen, schenkt er Faber einen alten Teppich. Sehr zum Unmut des Enkels. Warum kann Opa ihm nicht etwas „Cooleres“ da lassen? Doch Opa meint: „Das ist mein größter Schatz. Ein Geschenk von einem Freund in Damaskus.“ Und dann fährt Opa nach Amerika und Faber bleibt unschlüssig mit dem ollen Teppich zurück. Dass Opa in seinem Abschiedsbrief schreibt, der Teppich könne fliegen, überzeugt Faber nur noch mehr: Opa ist plemplem! Als niemand in der Nachbarschaft Faber sagen kann, was es mit dem Teppich auf sich hat, ist er kurz davor aufzugeben. Erst Shaima, ein kleines Mädchen mit pechschwarzen Haaren, spricht die Sprache des Teppichs und bringt ihn zum Fliegen. Gemeinsam mit Shaima fliegt Faber rund um die Welt und lernt von ihr die Sprache des Teppichs: „Erde?“ „Ard.“ – „Fluss?“ „Nahr.“ – „Zuhause?“ „Watani.“

„Etwa 30 % meiner Zeit benötige ich für mein Engagement in Wohltätigkeitsorganisationen.“

Cornelia FunkeWas man als Leser vielleicht nicht über Cornelia Funke weiß? Neben ihrer schriftstellerischen und kreativen Arbeit, unterstützt sie zahlreiche soziale Projekte. Es ist fast unmöglich alles zu recherchieren, aber u.a. ist sie offizielle Patin des Kinderhospizes Bethel für sterbende Kinder, eine der deutschen Botschafterinnen der UN-Dekade Biologische Vielfalt, Schirmherrin von exilio e.V. Hilfe für Migranten, Flüchtlinge und Folterüberlebende, sie engagiert sich für die African Millenium Foundation, für Benachteiligte und die Umwelt. Im Jahr 2008 wurde ihr neben dem Bundesverdienstkreuz am Bande auch der Bambi in der Kategorie Kultur verliehen. 2009 erhielt sie dann den Jacob-Grimm-Preis. Sehr beeindruckend! „„Fabers Schatz“ von Cornelia Funke“ weiterlesen

Sommerzeit ist Zirkuszeit!

Hereinspaziert, hereinspaziert, meine Damen und Herren! Treten Sie näher! Haben Sie sich schon eine Tüte Popcorn geholt? Nein? Nun, dann wird es Zeit, denn bald fällt der Vorhang. Manege frei! Der Zirkus ist eröffnet!

9783551271327Nils Kacirek und Franziska Biermann sind ein famoses Team und großartige Büchermacher. „Herzlichen Glückwunsch kleines Huhn!“ liebe ich von Herzen und auch das Zirkus-Buch ist auf dem besten Wege ein Herzensbuch zu werden. Genau wie die anderen Bücher des eddi-Teams, ist auch „Zirkus“ ein Musikbilderbuch zum Gucken, Hören und Mitmachen. Liebevoll gestaltet und mit Zirkus-Tipps zum Selberspielen am Ende des Buches.

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„Das Leben und Ich“

Kinderbücher zu den Themen Tod und Abschiednehmen stehen nicht mehr versteckt in den hinteresten Ecke der Buchläden. Sie werden nicht mehr mit „Problembuch“ betitelt – nein, es gibt sie mittlerweile sogar in ansprechendem Design. Es gibt viele leise, traurige, aber auch amüsante Kinder- und Bilderbücher, die sich dieses schwierigen, aber doch so alltäglichen Themas annehmen. „Opas Insel“ ist so ein Buch. Oder auch „Die besten Beerdigungen der Welt“. Ein sehr zärtliches und poetisches Buch ist „Das Leben und Ich“, das den Tod als kleines Mädchen mit Blume im Haar vorstellt.

„Ich bin der Tod. So wie das Leben Leben ist, bin ich der Tod.“

Jedes Leben hat einen Beginn und jedes ein Ende. Niemand weiß, wie viel Zeit er oder sie auf dieser Erde hat. Der Tod gehört unweigerlich zum Leben dazu – was wäre das Leben auch ohne Tod? Ein Anfang ohne ein Ende? Der Tag ohne Nacht? „Das Leben und ich“ schafft es, diese Relation aufzuzeigen, ohne den Tod zu beschönigen. Natürlich sind Tod, Abschied und Trauer nicht verlockend. Aber sie gehören zum Leben dazu. Und das sollte man auch Kindern schon früh (auf eine kindgerechte Art und Weise) vermitteln.

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Die Illustrationen der Belgierin Marine Schneider sind berührende Kunstwerke. Mal bunt und naiv, mal düster und berührend. Sie schafft es, den Tod glaubhaft als mitfühlendes zartes Mädchen zu portraitieren, mit Blume im Haar und rosa Fahrrad. Der Tod stützt alte Menschen, die müde geworden sind. Die Wesen, die noch nicht laufen können, die drückt sie sich an die Brust und passt auf sie auf. Text und Bild stützen sich in „Das Leben und ich“. Da wo der geschriebene Text aufhört, greift die mitreißende Bildsprache Marine Schneiders. Nie nimmt das Bild den Text vorweg, sie verschränken und bestärken sich. Elisabeth Helland Larsens Worte sind nie zu viel. Ihre kurzen Sätze und die direkte Sprache gehen Hand in Hand mit den zarten Bildern Marine Schneiders. „„Das Leben und Ich““ weiterlesen

Schweden Spezial III: Experten im Gespräch

Auf Lütte Lotte möchte ich Euch nicht nur meine Bilderbuch-Lieblinge vorstellen, sondern auch immer mal Experten zu Wort kommen lassen. Deshalb freue ich mich sehr, dass Kerstin Behnken und Laura Christiane Schultz mir Rede und Antwort gestanden haben. Beide arbeiten als Lektorinnen in der Verlagsgruppe Oetinger. Dem deutschen Verlag von Lotta, Pippi und Pettersson.

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Liebe wie aus dem Bilderbuch: Meine Tipps für kleine Leser!

Es gibt eine Menge guter Bilderbücher aus Schweden. Meine 5 Lieblinge für kleine Menschen, möchte ich euch heute vorstellen. Den Anfang macht gleich ein Klassiker…

„Lotta zieht um“ von Astrid Lindgren

Bilderbuch Lotta zieht umKeine Lieblingsbuch-Liste ohne Astrid Lindgren! Sorry, Leute. Dafür verspreche ich, dass die restlichen Empfehlungen etwas origineller ausfallen. Doch Lotta muss einfach in diesem Beitrag auftauchen, denn ich musste nicht lange überlegen, welches starke Lindgren-Mädchen ich hier vorstellen soll – Lotta ist schon immer eine meiner Lieblingsfiguren gewesen!

In „Lotta zieht um“ erlebt Lotta einen wirklich nervigen Tag: Schon als Lotta aufwacht, hat sie schlechte Laune. Im Traum haben ihre älteren Geschwister Jonas und Mia-Maria ihr Kuscheltierschwein Teddy verhauen. Und dann verlangt Mama auch noch, dass Lotta den kratzigen weißen Wollpullover anzieht, den sie so gar nicht leiden kann. Kurzerhand schneidet Lotta Löcher in das olle Ding. Nun ist Mama sauer und Lotta ist stinksauer und sowieso überlegt sie, wäre es besser, zu Hause auszuziehen. Bei der Nachbarin Tante Berg darf sie in die Rumpelkammer ziehen. Doch abends allein im Dunkeln ist Lotta sich gar nicht mehr sicher, ob sie denn die richtige Entscheidung getroffen hat…

Lotta ist die Größte! Lotta ist eigensinnig und stark und mutig und so ein liebenswertes kleines Mädchen, das locker mit ihren größeren Geschwistern und auch mit den restlichen Lindgren’schen Kinderbuchhelden mithalten kann. Absolute Bilderbuch-Empfehlung!

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Schweden Spezial I: Die Klassiker

Ach Schweden, oh mein Schweden. Land der Seen, der Wälder und der Kinderbücher! Wusstet ihr das jedes 10. Buch, das in Schweden veröffentlicht wird, ein Kinderbuch ist? Literatur für Kinder hat seit jeher einen festen Platz im Feuilleton und seit 1982 gibt es sogar eine Professur für Kinderliteratur. Kein Wunder, dass die schwedische Kinderliteraturszene blüht und gedeiht und so mancher Schatz seinen Weg auch in unsere Regale findet.

Astrid LindgrenOhne dass es euch bewusst wäre, kennt ihr vermutlich eine Menge Bücher von schwedischen Autorinnen und Autoren. Die wohl wichtigste Pionierin des modernen schwedischen Kinderbuches ist Astrid Lindgren. Ihr erstes Buch „Pippi Langstrumpf“ erschien 1945 und machte das schwedische Kinderbuch sogleich international bekannt. Im Laufe ihrer Karriere erhielt Astrid Lindgren zahlreiche Preise, am Ende ihres Lebens war sie gar eine schwedische Nationalheldin. Sie war es, die mit ihren Geschichten rund um starke, eigenwillige Protagonisten, auch die Rolle des Kindes in der schwedischen Gesellschaft verändert hat. Zu Astrid Lindgrens bekanntesten Figuren gehören Pippi Langstrumpf, die Kinder aus Bullerbü und Michel aus Lönneberga. „Schweden Spezial I: Die Klassiker“ weiterlesen