Grrr! Mama muss sich Luft machen…

Seitdem ich schwanger bin, fahre ich emotional Achterbahn. Es passiert aber auch vieles, das mich herausfordert – angefangen beim positiven Schwangerschaftstest. Trotzdem kann ich meinen momentanen Unmut nicht gänzlich auf die Schwangerschaftshormone schieben. Denn ich befürchte, wären Menschen in meinem bisherigen Leben auch so übergriffig gewesen, wäre ich schon längst explodiert. Nun ist es halt nach knapp der Hälfte der Schwangerschaft so weit: Leute, lasst mich einfach in Ruhe mit euren Meinungen und vermeintlich guten Ratschlägen.

Jeder hat eine Meinung – und niemand behält sie für sich

Jetzt kann man mich naiv nennen: Weiß doch jeder, dass schwangere Frauen immer von allen Seiten gute Ratschläge bekommen. Ja. Wusste ich auch. Wie übergriffig Menschen allerdings sein können, wird mir jetzt erst richtig bewusst. Angefangen bei der Frage: Und, war es geplant? Grundsätzlich möchte man erwidern: Nein, ich habe besoffen jemanden in einer Bar aufgegabelt und dann ist es halt so passiert… Meist ringe ich mir trotzdem ein müdes Lächeln ab und versuche einigermaßen höflich zu antworten. Dies sei eine sehr private Frage. Was bedeute schon geplant? Erwünscht sei es auf jeden Fall. Bla bla bla.

Doch auch alle weiteren Details meiner Schwangerschaft und bisherigen Zukunftsplanung werden fröhlich kommentiert: Wie finanziert ihr das eigentlich? – Also nach so einer kurzen Beziehung würde ich ja kein Kind in die Welt setzen. – Na das wirst du schon früh genug lernen… – Geburtshaus? Oh Gott, das ist doch gefährlich! – Jetzt solltest du aber unbedingt wieder Fleisch essen. Sonst leidet doch dein Kind. – Laura, warte erstmal ab. Du hast jetzt noch gar keine Ahnung. Das wird ganz anders. – Ach danach 30 Stunden pro Woche? Das wird nie was. Aber das müsst ihr ja selber wissen. – So groß wie das Kind jetzt schon ist, müsst ihr einen Kaiserschnitt planen. Sie nicht so naiv, Laura. – Die Liste ließe sich endlos fortsetzen…

Mir ist bewusst, dass bereits zahlreiche Frauen gegen diese Übergriffigkeit gekämpft haben. Ich erzähle euch nichts Neues. Trotzdem ist es mir wichtig, noch einmal zu betonen – und womöglich damit Menschen zu erreichen, die sich dessen noch nicht bewusst sind – wie grauenhaft dieses Verhalten ist. Vom an den Bauch greifen, fange ich gar nicht erst an…

Eigene Kinder machen euch nicht zu Experten

Was mich aber am meisten nervt? Andere Eltern! Ein Kind zu haben, macht Menschen nicht automatisch zu Experten auf ALLEN angrenzenden Gebieten. Und – oh Wunder! – jedes Kind ist anders. Nur weil ihr eine schwere Geburt hattet, muss meine nicht die Hölle werden. Nur weil euer Kind auch nach Jahren noch nicht durchschläft, heißt das nicht, dass meins Schwierigkeiten damit haben wird. Wieso stärkt ihr nicht einfach das Selbstvertrauen anderer Eltern? Wieso ermutigt ihr nicht, dass jeder seinen eigenen Weg findet? Wozu die Angstmacherei und das unter Druck setzen? Gut gemeinte Tipps von oben herab, mit einem süffisanten Grinsen, das mir „Ja ja, das lernst du dann auch noch…“ sagen soll, bringen mir rein gar nichts.

Versteht mich nicht falsch: Der Austausch unter Eltern erscheint mir absolut wichtig. Aber wenn ich Fragen habe, frage ich. Ich kommentiere nicht einfach ungefragt eure Entscheidungen und Lebensweise. Wahrscheinlich werde ich im nächsten Jahr noch oft genug durch Blogs und Foren tingeln und Tipps gegen Bauchweh, Blähungen oder sonstige Wehwehchen suchen. Dann bin ich dankbar für Anworten und eigene Erfahrungen. Aber bitte auf Augenhöhe. Ich bin nicht dumm – ich kriege nur ein Baby. Und wir kriegen das schon hin. Davon bin ich überzeugt.

Musstet ihr bereits ähnliche Erfahrungen machen? Regt euch das Thema auch so auf? Ich bin gespannt…

 

Illustratorin Julie Völk im Gespräch

Ihre Bücher kenne und liebe ich alle, jetzt hat sie mir sogar ein paar Fragen beantwortet. Die sympathische Illustratorin Julie Völk malt zauberschöne verträumte Bilder. Ihre Bilderbücher sind bereits mehrfach ausgezeichnet – für ihre Bachelorarbeit „Das Löwenmädchen“ hat sie 2015 sogar den Troisdorfer Bilderbuchpreis erhalten! Ich hoffe sehr, dass noch viele, viele Bücher von ihr erscheinen werden, die ich allesamt dem kleinen Minimenschlein in meinem Bauch zeigen möchte… Viel Spaß mit unserem Interview!

Liebe Julie, danke, dass du dir Zeit für dieses Interview nimmst. Deine Illustrationen sind preisgekrönt und du vermutlich immerzu beschäftigt… Sag mal, wolltest du schon immer Illustratorin werden oder hättest du dir auch eine andere Zukunft vorstellen können?

Julie Völk SelbstportraitUrsprünglich wollte ich Millionärin werden. Damit ich wunderschöne Waisenhäuser bauen kann mit allem, was man sich als Kind so wünscht. Schwimmbad, Toberaum, Ställe für Pferde und Tiere, Kuschelraum, riesige Küche, traumhafter Garten und gemütliche Kinderzimmer. So bin ich eigentlich zum Zeichnen gekommen, denn das muss ja alles entworfen werden. Und die Kinder die darin wohnen sollten habe ich dann auch gezeichnet.

Als es dann aber irgendwann ernsthaft darum ging was man werden möchte, wollte ich unbedingt etwas mit Zeichnen machen. Architektur, Kostümdesign oder Modedesign waren die ersten Gedanken, aber als mir klar wurde, dass man auch Illustratorin werden kann, stand mein Entschluss fest. „Illustratorin Julie Völk im Gespräch“ weiterlesen

Vorfreude! Bilderbuch-Lieblinge des Sommers

Endlich scheint in Hamburg die Sonne! Dieses Jahr war der Winter gefühlt sieben Monate lang. Trotzdem stecke ich beruflich schon wieder in der kalten Jahreszeit, wälze Vorschauen, entdecke Bilderbuch-Lieblinge und Belletristik-Highlights des Herbstprogramms und plane Lesungen. Warum dann nicht gleich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden und Euch an meiner Ausbeute teilhaben lassen? Et voilà! Hier sind meine acht Bilderbuch-Lieblinge des Sommers bzw. Herbstes 2017.

 

„Als Oma immer kleiner wurde“

von Inka Pabst und Mehrdad Zaeri
Tulipan Verlag | Erscheint am 24.07.2017

Bei Bilderbüchern bin ich kritisch: Wenn mir das Cover schon nicht gefällt, sehe ich mir das Buch meist gar nicht an. Bei „Als Oma immer kleiner wurde“ war es genau andersherum! Was für eine wunderschön zarte, zu Herzen gehende Illustration! Mehrdad Zaeri habe ich durch den Facebook-Account der Bücherkinder kennengelernt und seither großer Fan seiner Kunst. Er ist vermutlich die perfekte Besetzung, um Inka Pabst Geschichte um Oma, die immer gebrechlicher mit dem Alter wird, zu bebildern. Große Vorfreude!

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Es gibt Neuigkeiten…

Eine Weile ist es bereits sehr ruhig auf Lütte Lotte. Zwischen Arbeit und Privatleben bleibt gerade keine Zeit für Blogbeiträge. Nicht, weil die Lust an Kinderbüchern verschwunden oder die Lieblingskünstler ausgegangen wären. Nein, meine Freizeit verbinge ich nur gerade oft in Gedanken. Gedanken an die Zukunft. Denn dieses Jahr steht mir ein großes Abenteuer bevor – im Grunde, befinde ich mich schon mittendrin… Ab Herbst kann ich meine liebsten Bilderbücher hoffentlich aktiv nutzen, denn im Oktober bekomme ich mein erstes Kind.

Ich werde Mama. Irre!

Vieles wird sich ändern, vieles gilt es zu meistern, aber ich bin guter Dinge und freue mich sehr. Auch wenn Lütte Lotte dafür etwas kürzer treten muss. Doch wer weiß, vielleicht ändert sich hier aber auch gar nicht viel – meine Expertise wächst ja im Grunde nur. Und wie sie wächst, das Menschenkind gedeiht prächtig!

Jetzt ist es raus und ich muss nicht mehr schweigen, aus Angst, mich zu verplappern. Ich freue mich schon auf die kommenden Monate und Jahre, in denen mein Nachwuchs bestimmt auch das ein oder andere Mal Erwähnung im Blog finden wird. Wenn er oder sie nach mir (oder nach seinem Vater) kommt, werden es spannende kommende Zeiten…

Herzlichst,
Laura

Niemals Gewalt! Astrid Lindgrens flammende Rede für Kinderrechte

Manche Bücher brauchen keine 1000 Seiten, um wichtig und machtvoll zu sein. Astrid Lindgrens Rede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1978 „Niemals Gewalt!“ braucht nur wenige Worte. Diesen Monat ist ihre Rede endlich wieder in gedruckter Form im Verlag Friedrich Oetinger erschienen. Ein unscheinbares kleines Büchlein für nur 5 €. Umso furiuoser ist sein Inhalt. Mich hat er tief bewegt und zum Nachdenken angeregt – eine absolute Leseempfehlung!

Astrid Lindgren hat wie kaum eine andere Autorin die Kinderliteraturlandschaft geprägt. In ihrem Heimatland Schweden war sie jedoch noch viel angesehener, ihre Worte hatten Gewicht. Nicht nur einmal hat sie ihre politische Meinung in den Medien kundgetan und sich besonders nach ihrer Geheimdienstarbeit während des zweiten Weltkriegs, für eine friedliche Welt eingesetzt. 1978 war der zweite Weltkrieg erst knapp 30 Jahre vorbei, viele Erwachsene hatten die Schrecken des Krieges noch vor Augen, Angehörige oder Freunde verloren. „Niemals Gewalt! Astrid Lindgrens flammende Rede für Kinderrechte“ weiterlesen

Indiebookday – Für Kinderbuchleser

Einmal im Jahr feiert das Netz kleine und unabhängige Verlage und ihre klasse Bücher. Leider gehen diese in der Flut der Neuerscheinungen oft unter. Große Verlage sind in Buchhandlungen automatisch zahlreicher vertreten, da sie auch viel mehr Titel auf den Markt bringen. Daniel Beskos aus dem Mairisch Verlag möchte die Sichtbarkeit der Kleinen verbessern und veranstaltet deshalb am morgigen Samstag bereits zum fünften Mal den Indiebookday.

Das Mitmachen ist ganz einfach:
  • Geht in eure Lieblingsbuchhandlung
  • Kauft ein Buch eines kleinen oder unabhängigen Verlages
  • Postet ein Bild des Buches auf dem Social-Media-Kanal eurer Wahl
  • Verwendet den Hashtag #indiebookday

Es gibt viele Möglichkeiten herauszufinden, welche Verlage klein und unabhängig und damit indie sind. Die Kurt-Wolff-Stiftung bringt einmal jährlich einen Katalog mit 65 unabhängigen Verlagen heraus. Aber z.B. auch Mara von Buzzaldrins Bücher hat eine klasse Liste veröffentlicht. Was mir immer fehlt, ist eine Übersicht über unabhängige Kinderbuchverlage. Deshalb habe ich hier mal ein paar versammelt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

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„Herr Panda und das BITTE“

Ach ja, die Höflichkeit. Bekannterweise haben wir ja alle ein anderes Empfinden, wenn es ans Thema Höflichkeit geht. Worauf sich die meisten unter uns jedoch einigen können, ist, dass Danke und Bitte zum Grundwortschatz gehören sollten. Wer das mit seinen Kindern üben möchte, sollte sich „Herr Panda und das BITTE“ anschaffen.

„Höflichkeit ist Klugheit, folglich ist Unhöflichkeit Dummheit.“ – Arthur Schopenhauer

Die Geschichte des Buches ist schnell erzählt: Herr Panda hat einen Karton voll Donuts. Er geht von Tier zu Tier und fragt: „Möchtest du einen Donut?“ Keines der Tiere antwortet mit „Ja, danke!“ oder „Bitte den Blauen!“, sodass Herr Panda seine Donuts doch lieber für sich behält. Erst das letzte Tier antwortet sehr höflich auf seine Frage: „Darf ich einen Donut haben? Bitte, Herr Panda.“ Und Herr Panda schenkt ihm alle – er mag gar keine Donuts. „„Herr Panda und das BITTE““ weiterlesen

Torfstecher & Höhlenforscher – Homosexualität im Bilderbuch

Vor ein paar Tagen bin ich durch Eimsbüttel geschlendert und an der wunderbaren Buchhandlung Lüders vorbeigekommen. Hier durfte ich vor etlichen Jahren (ist es wirklich schon 12 Jahre her…?) mein erstes Praktikum machen. Ein fabelhafter Buchladen, der zum stöbern verführt und immer noch zu meinen Lieblingsorten in Hamburg zählt. Sie haben eine kleine, aber gut sortierte Bilderbuchecke, in der ich einen Schatz gefunden habe: „Papa ist doch kein Außerirdischer!“ von Anna Boulanger. Ein Buch, das alle Vorurteile gegenüber Homosexualität mit historisch anmutenden, zarten Illustrationen ad absurdum führt.

Viele Namen für eine einfache Erklärung

Theo verbingt jedes Wochenende bei seinem Vater. Für ihn heißt er Paul oder Papa. Andere Menschen nennen seinen Vater jedoch Höhlenforscher, Torfstecher oder Warmer. Sein Vater erhält allerlei Spitznamen, die Theo nicht versteht. Eines Tages erzählt Theo seinem Vater von den vielen Namen und versteht:

„Die ganzen Sachen, die ich gehört habe, bedeuten einfach nur, dass mein Papa schwul ist. Das heißt, dass er Männer liebt.“

Anna Boulangers Bilderbuch beschäftigt sich kindlich naiv mit den Auswirkungen der Sprache auf unser Denken. Das Vorsatzpapier dieses wunderschön gestalteten Bilderbuches zeigt Fetzen von Wörterbucheinträgen: Alles Synonyme für Homosexualität. Boulanger hat die Wörter zusammengetragen und ihnen, im wahrsten Sinne des Wortes, Flügel verpasst. Neben den schwebenden Wörterbucheinträgen steht ein junger Mann mit suchendem Gesichtsausdruck und Höhlenforscher-Equipment – verloren zwischen den vielen Doppeldeutigkeiten. „Torfstecher & Höhlenforscher – Homosexualität im Bilderbuch“ weiterlesen

Illustrator Günther Jakobs im Interview

Im letzten Beitrag habe ich mir noch ein Interview mit ihm gewünscht und voilá, nun ist es soweit. Danke an Carlsen und Kinderbuch-Macher Günther Jakobs, der sich die Zeit genommen hat, meine Fragen zu beantworten. Bis vor kurzem war mir sein Name noch unbekannt, dabei besitze auch ich eine „Urmel“-Ausgabe des Münsteraners… Da wird es doch höchste Zeit, den Künstler besser kennenzulernen! Viel Vergnügen mit unserem Interview!

Lieber Günther Jakobs, Sie sind Illustrator – war das schon immer Ihr Traumberuf?

Illustrator Kinderbuch Günther Jakobs
Ich habe als Kind gerne Comics gelesen. Und wollte auch gerne so etwas machen. Ich habe mir damals als Schüler einen Karteikasten angelegt mit erfundenen Figuren. Heute würde ich gerne darauf zurückgreifen, ist aber leider verschollen.
Später hatte ich großes Interesse an Karikaturen und habe eifrig an der Schülerzeitung mitgearbeitet. Die Kinder- und Bilderbuchillustration hat mich dann erst im Studium so richtig gepackt. Illustrator war also wirklich immer mein Traumberuf!

Meine Eltern hätten mich zwar lieber als Kunstlehrer gesehen (typisch: selbst Lehrer), aber jetzt sind eigentlich alle froh, dass es anders gekommen ist – einschließlich der Schüler 😉

Aus Ihrer Autorenvita geht hervor, dass Sie nach einem Studium der Illustration noch einen Abschluss in Philosophie gemacht haben. Als studierte Philosophin darf ich erstaunt nachfragen: Warum um Himmels Willen haben Sie das denn noch gemacht?!

Tja, das hat sich so gefügt. Im Grunde kam das durch die kunsttheoretischen Kurse im Design-Studium. Unser damaliger Dozent, Michael Quante, (mittlerweile Professor an der Uni-Münster) hat einfach wahnsinnig gute Lehre gemacht. Mich haben dabei besonders die Themen der praktischen Ethik und Ästhetik interessiert. So kam es, dass ich mich während des Illustrationsstudiums als Zweithörer einschrieb und einige Seminare (hauptsächlich bei Prof. Quante) absolvierte. Als ich mich nach dem Design-Diplom schon im Haupstudium Philosophie befand, war es für mich klar, das auch abzuschließen.
Außerdem gab es mir etwas Zeit zu schauen, wie es zeitgleich mit Illustrationsaufträgen weiter ging. Quasi als Probezeit.

Neben Ihren eigenen Texten und Ideen, haben Sie auch die Neuauflage des Kinderbuchklassikers „Urmel“ von Max Kruse (Thienemann Verlag) illustriert. Ein Projekt, um das Sie viele Kollegen sicherlich beneiden. Wie hat sich die Zusammenarbeit mit Thienemann ergeben? War die Illustration des „Urmeli“ ein Herzensprojekt für Sie?

Das war eine große Ehre für mich. Ich fand Urmel großartig, weil es auch manchmal so schön schräg ist. Die Zusammenarbeit hatte sich bei Thienemann ergeben, da ich zuvor schon ein Märchenbilderbuch und eine Sonderausgabe zu „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ illustriert hatte. Da war ich also schon „klassikererprobt“.

Leider habe ich Max Kruse zu Lebzeiten nicht persönlich getroffen, aber es war schon ein Erlebnis, wie er noch mit über 90 Jahren an Texten arbeitete und mir E-Mails schrieb.

Es war toll, dass ich nicht nur an Neuauflagen der bestehenden Bilderbüchern arbeiten durfte, sondern auch die letzten Neuveröffentlichungen von Max Kruse begleiten durfte (wie „Urmel saust durch die Zeit“ oder zuletzt das Bilderbuch „Urmel taucht ins tiefe Meer“).

Ihren Arbeitsplatz haben Sie in Münster, im Ateliers Hafenstraße 64 – dem gleichen Atelier, in dem z.B. auch die Kinderbuch-Illustratoren Alexander Steffensmeier („Lieselotte lauert“ etc.), Daniel Napp („Dr. Brumm“ etc.) oder Stephan Pricken („Mix Max Miezekatz“ etc.) sitzen. Ich stelle mir Ihre Ateliergemeinschaft als heimlichen Hauptsitz der deutschen Kinderbuchmacher vor. Ein mythischer Ort, an dem viel Schabernack ausgeheckt wird. Ist die Hafenstraße 64 so ein Traumbüro? Und wie hat sich die geniale Zusammensetzung ergeben?

Das klingt gut! Ich denke wir machen uns ein Schild an die Tür: Hauptquartier der deutschen Kinderbuchmacher!!! Kommt bestimmt bei Kollegen gut an 😉

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Papperla-Pappbuch-Tipps für kleine Leute

Gehört ihr zu den Glücklichen, bei denen es gerade schneit? In Hamburg regnet es leider nur Bindfäden – dafür eignet sich das Wetter ganz famos zum Einkuscheln mit Lieblingsbüchern. Oder zur ersten Bestandsaufnahme des neuen Jahres. Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich euch drei Pappbücher vorenthalten habe, die ihr (und alle 2,5-Jährigen) unbedingt kennen solltet. Eieiei! Na dann mal an die Bücher, fertig, los!

„Welches Pferd heißt Gerd?“

Das Cover dieses großartigen Wimmel-Such-Buches verrät es euch schon: Es geht um Einzigartigkeit. Denn genau wie alle anderen zu sein, ist doch langweilig. Es ist ok, anders zu sein und sich von der Masse abzuheben. Und so sucht man zwischen grasenden Ponys, das rasend schnelle Superpferd Gerd oder zwischen zahlreichen Hunden, den Ballerina-Mops Siegmund. Herrlich verrückte Reime und liebevolle Illustrationen und bringen in diesem Pappbuch-Knaller garantiert jeden zum Lachen!

„Genau wie jeder andere sein? Nö! Da sagen wir laut: ‚Nein!‘ Jeder ist – das ist doch klar -, so wie er ist, ganz wunderbar!“

Illustratorin Kathrin Wessel aka Käselotti designt Stoffe, näht für ihr Leben gern und hat sogar mal als Grafikdesignerin im Kinderbuchverlag Oetinger gearbeitet. Wer ihre Illustrationen genauso mag wie ich, sollte mal auf ihrer Website vorbeischauen. Dort kann man Broschen, Stoffe oder Postkarten in ihrem unverwechselbaren Stil erstehen. Yippieh!

welches pferd heißt gerd cover pappbuch„Welches Pferd heißt Gerd?“
von Kathrin Wessel und Anne-Kristin zur Brügge
Oetinger 2016
ISBN 978-3-7891-2455-6

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