Illustrator Günther Jakobs im Interview

Im letzten Beitrag habe ich mir noch ein Interview mit ihm gewünscht und voilá, nun ist es soweit. Danke an Carlsen und Kinderbuch-Macher Günther Jakobs, der sich die Zeit genommen hat, meine Fragen zu beantworten. Bis vor kurzem war mir sein Name noch unbekannt, dabei besitze auch ich eine „Urmel“-Ausgabe des Münsteraners… Da wird es doch höchste Zeit, den Künstler besser kennenzulernen! Viel Vergnügen mit unserem Interview!

Lieber Günther Jakobs, Sie sind Illustrator – war das schon immer Ihr Traumberuf?

Illustrator Kinderbuch Günther Jakobs
Ich habe als Kind gerne Comics gelesen. Und wollte auch gerne so etwas machen. Ich habe mir damals als Schüler einen Karteikasten angelegt mit erfundenen Figuren. Heute würde ich gerne darauf zurückgreifen, ist aber leider verschollen.
Später hatte ich großes Interesse an Karikaturen und habe eifrig an der Schülerzeitung mitgearbeitet. Die Kinder- und Bilderbuchillustration hat mich dann erst im Studium so richtig gepackt. Illustrator war also wirklich immer mein Traumberuf!

Meine Eltern hätten mich zwar lieber als Kunstlehrer gesehen (typisch: selbst Lehrer), aber jetzt sind eigentlich alle froh, dass es anders gekommen ist – einschließlich der Schüler 😉

 

Aus Ihrer Autorenvita geht hervor, dass Sie nach einem Studium der Illustration noch einen Abschluss in Philosophie gemacht haben. Als studierte Philosophin darf ich erstaunt nachfragen: Warum um Himmels Willen haben Sie das denn noch gemacht?!

Tja, das hat sich so gefügt. Im Grunde kam das durch die kunsttheoretischen Kurse im Design-Studium. Unser damaliger Dozent, Michael Quante, (mittlerweile Professor an der Uni-Münster) hat einfach wahnsinnig gute Lehre gemacht. Mich haben dabei besonders die Themen der praktischen Ethik und Ästhetik interessiert. So kam es, dass ich mich während des Illustrationsstudiums als Zweithörer einschrieb und einige Seminare (hauptsächlich bei Prof. Quante) absolvierte. Als ich mich nach dem Design-Diplom schon im Haupstudium Philosophie befand, war es für mich klar, das auch abzuschließen.
Außerdem gab es mir etwas Zeit zu schauen, wie es zeitgleich mit Illustrationsaufträgen weiter ging. Quasi als Probezeit.

Neben Ihren eigenen Texten und Ideen, haben Sie auch die Neuauflage des Kinderbuchklassikers „Urmel“ von Max Kruse (Thienemann Verlag) illustriert. Ein Projekt, um das Sie viele Kollegen sicherlich beneiden. Wie hat sich die Zusammenarbeit mit Thienemann ergeben? War die Illustration des „Urmeli“ ein Herzensprojekt für Sie?

Das war eine große Ehre für mich. Ich fand Urmel großartig, weil es auch manchmal so schön schräg ist. Die Zusammenarbeit hatte sich bei Thienemann ergeben, da ich zuvor schon ein Märchenbilderbuch und eine Sonderausgabe zu „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ illustriert hatte. Da war ich also schon „klassikererprobt“.

Leider habe ich Max Kruse zu Lebzeiten nicht persönlich getroffen, aber es war schon ein Erlebnis, wie er noch mit über 90 Jahren an Texten arbeitete und mir E-Mails schrieb.

Es war toll, dass ich nicht nur an Neuauflagen der bestehenden Bilderbüchern arbeiten durfte, sondern auch die letzten Neuveröffentlichungen von Max Kruse begleiten durfte (wie „Urmel saust durch die Zeit“ oder zuletzt das Bilderbuch „Urmel taucht ins tiefe Meer“).

Ihren Arbeitsplatz haben Sie in Münster, im Ateliers Hafenstraße 64 – dem gleichen Atelier, in dem z.B. auch die Kinderbuch-Illustratoren Alexander Steffensmeier („Lieselotte lauert“ etc.), Daniel Napp („Dr. Brumm“ etc.) oder Stephan Pricken („Mix Max Miezekatz“ etc.) sitzen. Ich stelle mir Ihre Ateliergemeinschaft als heimlichen Hauptsitz der deutschen Kinderbuchmacher vor. Ein mythischer Ort, an dem viel Schabernack ausgeheckt wird. Ist die Hafenstraße 64 so ein Traumbüro? Und wie hat sich die geniale Zusammensetzung ergeben?

Das klingt gut! Ich denke wir machen uns ein Schild an die Tür: Hauptquartier der deutschen Kinderbuchmacher!!! Kommt bestimmt bei Kollegen gut an 😉

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Papperla-Pappbuch-Tipps für kleine Leute

Gehört ihr zu den Glücklichen, bei denen es gerade schneit? In Hamburg regnet es leider nur Bindfäden – dafür eignet sich das Wetter ganz famos zum Einkuscheln mit Lieblingsbüchern. Oder zur ersten Bestandsaufnahme des neuen Jahres. Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich euch drei Pappbücher vorenthalten habe, die ihr (und alle 2,5-Jährigen) unbedingt kennen solltet. Eieiei! Na dann mal an die Bücher, fertig, los!

„Welches Pferd heißt Gerd?“

Das Cover dieses großartigen Wimmel-Such-Buches verrät es euch schon: Es geht um Einzigartigkeit. Denn genau wie alle anderen zu sein, ist doch langweilig. Es ist ok, anders zu sein und sich von der Masse abzuheben. Und so sucht man zwischen grasenden Ponys, das rasend schnelle Superpferd Gerd oder zwischen zahlreichen Hunden, den Ballerina-Mops Siegmund. Herrlich verrückte Reime und liebevolle Illustrationen und bringen in diesem Pappbuch-Knaller garantiert jeden zum Lachen!

„Genau wie jeder andere sein? Nö! Da sagen wir laut: ‚Nein!‘ Jeder ist – das ist doch klar -, so wie er ist, ganz wunderbar!“

Illustratorin Kathrin Wessel aka Käselotti designt Stoffe, näht für ihr Leben gern und hat sogar mal als Grafikdesignerin im Kinderbuchverlag Oetinger gearbeitet. Wer ihre Illustrationen genauso mag wie ich, sollte mal auf ihrer Website vorbeischauen. Dort kann man Broschen, Stoffe oder Postkarten in ihrem unverwechselbaren Stil erstehen. Yippieh!

welches pferd heißt gerd cover pappbuch„Welches Pferd heißt Gerd?“
von Kathrin Wessel und Anne-Kristin zur Brügge
Oetinger 2016
ISBN 978-3-7891-2455-6

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„Grenzlandtage“

Ich muss ganz ehrlich mit euch sein: Die Bücher, die mir am besten gefallen, sind meist fantastische Werke. Ob nun von J.K. Rowling oder Stanislaw Lem – Geschichten, die in anderen Welten spielen, ziehen mich in ihren Bann. Kein Wunder, denkt man daran, was in unserer Welt tagtäglich an Grausamkeit und Ungerechtigkeit passiert. Nicht, dass es in fantastischen Büchern keine Anschläge, Krieg oder schlechte Menschen gäbe. Doch das Wissen darum, dass es sich bei den Gräueltaten in den Büchern eindeutig um Fiktion handelt, macht es für mich um einiges erträglicher.

Es fühlt sich so an, als wäre dieses Jahr lauter als andere zuvor. 2016 hat mich einige Male zusammenschrecken lassen. Jede neue Nachricht scheint negativ zu sein. 2016 ist politischer als andere Jahre. Aber 2016 hat mich auch dazu animiert, mich intensiver mit aktuellen Thematiken auseinanderzusetzen. Literatur nicht nur als Flucht aus dem Alltag zu begreifen, sondern auch als Mittel zur Reflexion. In der Kunst werden Themen anders beleuchtet als in den 20 Uhr Nachrichten – zum Glück! Denn die Welt besteht nicht nur aus Krieg und Hass und Zerstörung. Sie besteht auch immer (!) aus Liebe und Zuversicht und Familien und Freunden und die Sonne scheint trotzdem immer irgendwo. Ein beruhigender Gedanke.

 

Wegschauen ist keine Option

Peer Martin
Peer Martin

Ein Gedanke, den „Grenzlandtage“ von Peer Martin und Antonia Michaelis ganz besonders verkörpert. Bereits in seinem Debütroman „Sommer unter schwarzen Flügeln“ setzte sich Peer Martin mit einem politischen Thema auseinander: Was, wenn sich ein Nazi und ein syrisches geflüchtetes Mädchen ineinander verliebten? In „Grenzlandtage“ wird eine ähnlich komplexe Liebesgeschichte ersonnen, um ein noch komplexeres Thema zu beleuchten: Die sogenannte Flüchtlingskrise. Eine Hydra, die immer mehr Köpfe bekommt, je länger man sich mit ihr beschäftigt…

„Europa. Nein, hier herrscht kein Krieg, hier gibt es keine Folter, keinen Hunger und keine Gewalt. Europa ist ein stilles, friedliches Grab.“

Jule und Evelyn steht der Abi-Stress bevor, deshalb beschließen die beiden, noch einmal in den Urlaub zu fliegen. Zwei Wochen auf einer kleinen griechischen Insel sollen es werden. Aber Evelyn erkrankt kurzfristig, sodass Jule sich allein auf den Weg macht. Auf der Insel angekommen, erwarten Jule einheimische Machos, Einsamkeit und Straßenhunde. Zu zweit wäre diese Reise sehr viel lustiger geworden! Als sie Asman kennenlernt, ändert sich alles. Asman gibt sich als israelischer Wild-Camper aus – zwischen den beiden Jugendlichen knistert es sofort. Es dauert lange, bis Jule mehr über Asmans Vergangenheit, seine palästinensische Abstammung und seine schreckliche Flucht aus dem Kriegsgebiet erfährt. Peer Martin und Antonia Michaelis schaffen es, den jugendlichen Leser langsam an die harte Realität heranzuführen. Jule erfährt häppchenweise, wie Asman auf die Insel gelangt ist und weshalb er überhaupt fliehen musste. Jule ist eine typisch deutsche Jugendliche. Für sie ist der Krieg im Nahen Osten zwar eine Konstante in den Nachrichten, was genau dort jedoch geschieht und welchen Part Europa dabei spielt, muss auch sie erst im Internetcafé des kleinen Ortes recherchieren. „Grenzlandtage“ ist über 400 Seiten lang keine seichte Lektüre. Doch mir kommt es vor, als hätte ich die vielen Seiten, die Lesezeit, gebraucht. Continue reading „„Grenzlandtage““

Mit Liebe gemacht

Oh diese Frau hat es mir angetan: Die sympathische Karin arbeitet mit ihren Illustrationen, ihrem Charme und Witz gegen gängige Rollenklischees an. Ihr neues Projekt „Mit ohne Rosa“ soll die ewige „Rosa-Blau-Grenze“ sprengen und alternative Vorbilder für freche, mutige, schick schmutzige Mädchen aufzeigen. Na wenn wir kein Dreamteam sind, dann weiß ich auch nicht!? Sie hat mir Rede und Antwort gestanden und am Ende des Beitrages gibt es sogar eine Kleinigkeit zu gewinnen… 

Liebe Karin, magst du dich kurz vorstellen? Wer bist du und was machst du?

In einem kleinem Dorf am Niederrhein bin ich groß geworden und über ein Studium der Visuellen Kommunikation in Hannover, dann in Berlin gelandet. Hier arbeite ich frei als Illustratorin. Meine Arbeit wird oft durch meinem Alltag mit Kindern (Sohn, 7 und Tochter, 4 Jahre) Mann und Frau Mau (unserer Katze) angeregt. Als Kind habe ich es geliebt, durch Wald und Wiesen zu streunen und Schätze zu sammeln – heute verbringe ich am liebsten Zeit in unserem Schrebergarten oder streune über Flohmärkte.
 

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Bohem Verlag für schöne Bilderbücher

In regelmäßigen Abständen empfehle ich Euch nicht nur Bücher, sondern stelle Euch auch meine Lieblingsverlage vor. Wer weiß, vielleicht entdeckt Ihr so, das ein oder andere literarische Schätzchen, das ich nicht auf Lütte Lotte rezensiere. Heute darf ich Frau Lammers, Leiterin des Bohem Verlages zum Interview begrüßen. Den Bohem Verlag sollte man spätestens seit diesem Herbst kennen, „Der Hund, den Nino nicht hatte“ von Edward van de Vendel und Anton van Hertbruggen hat den Deutschen Jugendliteraturpreis 2016 in der Sparte Bilderbuch erhalten. Viel Vergnügen mit unserem Gespräch!

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Das Team des Bohem Verlags: Annabel Lammers (D), Sandra Baumgartner (CH), Stefan Baumgartner (CH) und Alexander Herbert (CH).

Liebe Frau Lammers, haben Sie vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview nehmen. Mögen Sie sich kurz vorstellen?

Danke! Gerne: Ich bin gebürtig aus Westfalen und über Umwege dazu gekommen, Kommunikationsdesign zu studieren. Mein Herz schlug immer schon für Bilderbücher. Seitdem ich denken kann, habe ich ‑„gesucht und gesammelt“. Nach 15 Jahren Selbstständigkeit und diversen Tätigkeiten für die Verlagsbranche, lernte ich durch eine Idee für ein Ausstellungskonzept Wolfgang Hölker kennen. Zunächst als freie Mitarbeiterin für Konzeption, Lektorat und Grafik für Coppenrath/Die Spiegelburg/Hölker Verlag wurde ich Verantwortliche für das Bohem Programm, das bereits über Coppenrath Distribution in Deutschland ausgeliefert wurde. Damals war der Verlag nur in der Schweiz, nun auch in Deutschland. Aber noch immer sind wir ein kleines Team. Continue reading „Bohem Verlag für schöne Bilderbücher“

Zoologie des Bücherwurmes

Der Bücherwurm ist ein wahrhaft außergewöhnliches Geschöpf. Sein Lebensraum beschränkt sich nicht nur auf ein Land oder einen Kontinent, der Bücherwurm ist auf dem ganzen Globus beheimatet. Von Singapur bis in die Antarktis, von Nevada bis in die Alpen – mit etwas Glück, könnt ihr ihn überall aufspüren. Sein Habitat ist durch papyrenes Interieur geprägt, gedämpftes Licht (nicht zu hell und nicht zu dunkel), ein angenehm temperiertes Wohnumfeld. Der Bücherwurm schmückt sein Heim mit allerlei Mitbringseln. Warum der Bücherwurm auf ein papierenes Umfeld angewiesen ist, konnte bis heute nicht nachgewiesen werden. Doch Forscher gehen davon aus, dass der Bücherwurm eingehen würde, isolierte man ihn von seinen Lettern.

Besonders spannend ist jedoch die Anpassung an die Jahreszeiten: Der Bücherwurm ruht (anders als viele andere Lebewesen) im Sommer. Hitze verträgt der Bücherwurm nur in Maßen. Auch hier scheint die Eindeckung in genügend papierenes Interieur den Bücherwurm vor dem Austrocknen zu schützen. Der Winter ist für viele Bücherwürmer die Blütezeit des Jahres. In den kalten Monaten scheinen sie noch mehr „aufzunehmen“, als im Rest des Jahres. Gut zu beobachten, bei einem plötzlichem Abfall der Temperaturen: Der Nestbautrieb des Bücherwurmes setzt ein und er muss sich sofort in sein papyrenes Habitat zurückziehen und mit Lettern umgeben. Ein faszinierendes Schauspiel!

Bücherwurm

Über das Sozialverhalten des Bücherwurmes wurden schon unzählige Abhandlungen geschrieben. Ich verzichte deshalb auf eine Zusammenfassung der Expertenmeinungen und widme mich ganz meiner eigenen Theorie: Der beschriebene Zellstoff erhält den Bücherwurm nicht nur am Leben – er ist auch das Bindeglied im Sozialgefüge dieses faszinierenden Lebewesens. Bereits vor Jahrhunderten berichteten Forscher von einem Austausch zwischen den Individuen, der mittlerweile nicht mehr als willkürlich klassifiziert wird. Etwas scheint mit dem Bücherwurm zu passieren, hat er eine papyrene Mahlzeit zu sich genommen. Etwas, das sich in seinem Verhalten in der Gruppe niederschlägt. Es scheint so, als würde sich der Bücherwurm durch den Zellstoff „vervollständigen“- doch scheinbar nicht nur körperlich sondern auch seelisch… [These noch nicht ausreichend untersucht.]

Der Bücherwurm besitzt zwar ein vorsichtiges Wesen, sollte jedoch nicht als scheu oder gar asozial betrachtet werden. Er hat einen gewissen Forschungstrieb, seine Umwelt betreffend, andere Arten verschrecken ihn nicht. Freundliche Neugier macht sein Wesen aus. Selbst eine Erschütterung und Umwälzung seines Lebensraumes übersteht der Bücherwurm in den meisten Fällen. Experten sind der Meinung, dass das papyrene Interieur Wundheilung und Traumata-Bewältigung unterstützt. Der Bücherwurm ist robust. Auch wenn ihm das selber manchmal gar nicht bewusst zu sein scheint…

Auszug aus „Der Bücherwurm – Mythen, Theorien und Fakten“ von Prof. Dr. Dr. von und zu Sonnefeld

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Accio Butterbier! Die Potternacht bei Carlsen

Vor einiger Zeit erreichte mich ein ungewöhnlicher Umschlag. Bräunliches Papier – er sah alt aus. Verwundert drehte ich den Brief um, sodass ich nun das blutrote Siegel auf der anderen Seite bemerkte. Das kann doch nicht… nein, aber… das ist unmöglich… Potzblitz! Ein Brief aus Hogwarts!

Ihr denkt, diese Szene könnte sich so nur in einem Buch abspielen? Nein, nein. Der Carlsen-Verlag hat dieses Jahr die Wünsche hunderter Potter-Fans erfüllt und dafür gesorgt, dass wir endlich den lang ersehnten Brief erhalten haben. Allerdings war mir noch nicht klar, wie umfassend diese „Wunscherfüllung“ gehen würde. Im Brief enthalten: Eine Einladung zur großen #Potternacht, anlässlich des Erscheinens von „Harry Potter und das verwunschene Kind“ am 24.09.16. Ich bin ganz ehrlich mit euch: Meine Erwartungen hielten sich in Grenzen. Verlage verpassen oft die Chance wirklich tolle Projekte/Veranstaltungen/Marketing zu machen, weil sie grundsätzlich mit kleinen Budgets arbeiten. Ein Verlag ist zwar ein Unternehmen, aber die Gewinnmargen sind wahnsinnig klein – gerade im Vergleich zu Unternehmen in der Elektronik-, Unterhaltungs- oder Genuss-Branche. Da sitzt das Geld einfach nicht so locker. Das ist verständlich und in Ordnung, aber manchmal halt schade. (Mitlesende Menschen aus Verlagen nicken jetzt hoffentlich?)

hogwarts-houses

Umso größer die Begeisterung bei meinem Eintreffen gestern Abend. Um 21.30 Uhr stand bereits eine lange Schlange Eingeladener vor dem Verlag und wartete auf Einlass. Drinnen fiel uns vermutlich allen die Kinnlade herunter: So ein Wahnsinn! Die Carlsens hatten wirklich einen Harry-Potter-Vergnügungsparkt nachgebaut! Mit Drinks in den drei Besen, der großen Halle mit großartigem Buffet, magische Deko, wohin der Blick auch wanderte, Schnatze, Zauberer-Fotobooth, Twitterwall und und und… Alle Carlsen-Mitarbeiter waren verkleidet oder trugen den Button „Carlsen Hauself“. Allen Besuchern wurde zu Beginn ihre Hauszugehörigkeit mitgeteilt, was im Laufe des abends immer wieder von Bedeutung war. Continue reading „Accio Butterbier! Die Potternacht bei Carlsen“

Hut auf, Party ab!

Fete, Fete, Fete! Wenn Norbert eine Einladung zur „hutigsten Party aller Zeiten“ schickt, dann muss man auch mit Hut erscheinen. Was aber, wenn man keinen Hut besitzt? In „Hut auf, Party ab!“ wird dieses Problemchen grandios amüsant durchgespielt. Ein großer Spaß für alle, die eine gute Party zu schätzen wissen…

Norbert hat eingeladen: Zur „grösstesten, schönstesten, hutigsten Party aller Zeiten“. Klar, da braucht man einen Hut. Was aber, wenn man partout keinen findet? Dann muss halt Plan B funktionieren: Alli Affix der Affe, der zufällig einen wunderschönen Hut besitzt, kommt mit zur Party. Doch der Türsteher ist streng. Ein Hut ist ja schön und gut, aber ein Monokel muss schon auch dabei sein. Doch auch mit Monokel tragendem Dachs ist es nicht getan – dem Türsteher fallen immer neue verrückte Bedingungen ein. Gut, wenn man viele Freunde hat, die einem helfen. Auch wenn sich schlussendlich herausstellt, dass der Türsteher gar nicht zu Norberts Party gehört…

„Egal. Norberts Party war echt die Mühe wert…“

Hut auf Party ab Kate Findley Illustration Affe

Simon Philip und Kate Hindley ist mit „Hut auf, Party ab!“ ein vergnügliches und wunderschönes Bilderbuch gelungen. Bunt und verrückt! Ein besonderer Humor, der sowohl in der lakonischen Sprache als auch in den herrlich bunten Illustrationen durchklingt. Auf jeder Buchseite gibt es viel zu entdecken: Ulkige Tiere, charmante Gesichtsausdrücke, bunte Schlüpfer und und und. Kate Hindley hat an der Falmouth School of Art im schönen Cornwall studiert und im Gerstenberg Verlag bereits das Bilderbuch „Wie man ein Wollmammut wäscht“ herausgebracht.

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„Albert und der Baum“

Die Geschichte um den warmherzigen und gemütlichen Bären Albert ist eine Geschichte über Freundschaft und Verständnis. Über Mitgefühl und darum, das Teilen manchmal schöner sein kann, als etwas für sich alleine zu haben. Wie immer, haben es mir aber besonders die wunderbaren Illustrationen der preisgekrönten Britin Jenni Desmond angetan – es wird nicht das einzige Buch von ihr in meinem Regal bleiben!

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Kunst für Kinder: E.A.SEEMANNs BILDERBANDE

Schon vor einigen Wochen bin ich auf den wunderbaren Verlag E.A.SEEMANNs BILDERBANDE aufmerksam geworden. Leider haben mich die weltpolitischen Ereignisse seither arg gehemmt. Das Schreiben geht nicht mehr so flüssig. Es gibt so viel Wichtigeres worüber man reden sollte. Diese Ohnmacht verfolgt mich. Doch so langsam dämmert es mir: Gerade jetzt sollte man vermutlich an die schönen Dinge des Lebens denken. An all die Ereignisse, Personen und Orte, die diese bunte Welt lebenswert machen. Nicht an die Angst – denn genau das scheinen die kurzsichtigen Extremisten zu wollen.

In diesem Sinne möchte ich heute wieder die Zügel in die Hand nehmen, die Sprachlosigkeit überwinden und euch diese Perle des Kinderbuchmarktes vorstellen. E.A.SEEMANNs BILDERBANDE machen kindgerechte wunderschöne Bücher zum Vorlesen, Mitmachen und Spielen. Ganz nach dem Motto:

Am wichtigsten ist uns, Kinder zu inspirieren, eigene Ideen zur Kunst zu entwickeln und diese mit Spaß zu verwirklichen.“

Kunst und Kreativität können ein Anker in dieser schnelllebigen Welt sein. Die Beschäftigung mit Kunst, ist auch immer die Beschäftigung mit dem eigenen Selbst. Es muss weder Hochliteratur noch Weltkunst sein – jede Art von kreativer Beschäftigung ist eine Bereicherung. Deshalb hat mich das Konzept von E.A.SEEMANNs BILDERBANDE auch sofort überzeugt: Sie „haben für jede Laune und viele Altersgruppen die unterschiedlichsten Bücher, um die Kinder-Kunst-Welt zu entdecken“. Mehr zu diesem besonderen Verlag hat mir Caroline Keller im Interview verraten… Continue reading „Kunst für Kinder: E.A.SEEMANNs BILDERBANDE“